Hochschulen : Streit um den Zugang zum Master

Die Bachelor-Initiative stößt auf Widerstand. Die SPD fordert einen "Studienpakt für mehr Qualität im Studium und gute Lehre".

Amory Burchard

Nach Exzellenzinitiative und Hochschulpakt müssten Bund und Länder jetzt diese „dritte große Kraftanstrengung“ machen, erklärte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Dieter Rossmann am Freitag.

Ein Schwerpunkt des Studienpakts solle der „Masterzugang für alle“ sein, die ein Masterstudium anstreben, betonte Rossmann. Damit widerspricht er einem aktuellen Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK), nach dem der Bachelor als Regelabschluss gestärkt werden soll. Das Masterstudium solle seltener als bisher direkt im Anschluss an den Bachelor folgen, sondern erst als weiterbildendes Studium nach einigen Jahren im Beruf. Bei Nachbesserungen der Bologna-Reform habe der Bachelor „als erster berufsqualifizierender Abschluss eine Schlüsselfunktion“, betonten die Minister am Freitag in Berlin. Die KMK dringt darauf, dass die Hochschulen jedem Abschlusszeugnis ein Diploma Supplement hinzufügen, aus dem künftige Arbeitgeber ersehen können, was die Studierenden gelernt und geleistet haben. Damit würden auch Ortswechsel im Studium und Auslandsaufenthalte erleichtert. Zudem sollten Unis und FHs Studieninhalte mit den Arbeitgebern abstimmen.

Dieser Beschluss werde von Vertretern unionsregierter wie SPD-regierter Länder einvernehmlich getroffen, betonten die Minister. Sie forderten die Hochschulen außerdem dazu auf, die vorhandene Bandbreite von Regelstudienzeiten im Bachelor von sechs bis acht Semestern zu nutzen, alle Studieninhalte bei der Reakkreditierung kritisch zu überprüfen, und Modul-Prüfungen zu bündeln, um Studierende und Lehrende nicht weiter zu überlasten.

Eine stärkere Praxisorientierung der Bachelorstudiengänge und die von der KMK angeregte Imagekampagne für den Bachelor unterstütze auch die SPD-Fraktion im Bundestag, erklärte Ernst Dieter Rossmann. Gleichwohl brauche Deutschland mehr Masterstudienplätze. Bund und Länder müssten diese finanzieren – ebenso wie Maßnahmen zur Verbesserung der Studienqualität und der Studienbedingungen. Mit dem Studienpakt sollten etwa die Betreuungsrelationen verbessert und eine intensive, studienbegleitende Beratung zum Standard werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft forderte gelockerte Strukturvorgaben der Länder für den Übergang zum Master; bislang sind besonders gute Noten im Bachelor Voraussetzung. Die Studierenden müssten selbst entscheiden können, ob sie ein Masterstudium aufnehmen.

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