Hochschulen : Zwei Mal Jura in Brandenburg

Die Uni Potsdam und die Viadrina behalten ihre Jura-Fakultäten. Beide Hochschulen wollen künftig den Juristen-Bachelor anbieten.

von
Ausgebildet. Potsdams Präsident sieht gute Jobchancen auch für BA-Juristen.
Ausgebildet. Potsdams Präsident sieht gute Jobchancen auch für BA-Juristen.Foto: promo

Der Streit über die Juristen-Ausbildung im Land Brandenburg ist entschieden. Die Universität Potsdam behält ihre Jura-Fakultät und wird auch künftig Studierende bis zum Staatsexamen ausbilden. Darauf habe sich Wissenschaftsministerin Sabine Kunst mit den Universitäten geeinigt, sagte Oliver Günther, Präsident der Uni Potsdam, dem Tagesspiegel. Anders als von einer Expertenkommission vorgeschlagen, werden damit in Brandenburg auch künftig zwei Unis die klassische Juristen-Ausbildung anbieten. Neben Potsdam behält die Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder ihre Jura-Fakultät. „Beide Standorte werden auch über neue innovative Lehrangebote nachdenken“, sagte Günther.

Über die Juristen-Ausbildung hatte es im Sommer heftige Diskussionen gegeben. Stein des Anstoßes waren die Empfehlungen einer Expertenkommission über die künftige Struktur der Hochschulen in Brandenburg. Die Experten hatten vorgeschlagen, die klassische Juristenausbildung komplett nach Frankfurt/Oder zu verlagern. Die Uni Potsdam solle dagegen ihre Juristen mit den Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaftlern in einer Fakultät zusammenführen, hieß es in dem Gutachten. Die Hochschulen und auch die Regierungsparteien SPD und Linke protestierten.

Jetzt ist der Vorschlag vom Tisch. Günther kündigte an, die Uni Potsdam werde zum Wintersemester 2013/14 ihre juristische Ausbildung reformieren und sie „Bologna-kompatibel“ machen. Jura-Studierende sollen dann zunächst einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang absolvieren, den sie mit einem Bachelor of Law abschließen. Danach können sie entscheiden, ob sie direkt ins Berufsleben wechseln oder ein weiterführendes Studium anschließen. Am Ende des weiterführenden Jura-Studiengangs stehe dann die erste juristische Staatsexamensprüfung. Alternativ könnten sich Studierende mit einem Jura-Bachelor in Masterstudiengänge in der BWL oder in den Verwaltungswissenschaften einschreiben und dort mit einem Master abschließen. Günther sagte, er sehe auch für Jura-Bachelors gute Berufschancen, wenn auch auf einem niedrigeren Einstiegsniveau. Die Viadrina will ihr Studienangebot ebenfalls profilieren und etwa im Bereich Europarecht einen neuen Bachelorstudiengang schaffen.

Bis ein vollständiges Konzept des Ministeriums für die weitere Entwicklung der brandenburgischen Hochschulen vorliegt, wird es noch einige Monate dauern. Anfang 2013 soll sich der Landtag mit dem Thema befassen. Der umstrittenen Fusion der Hochschulen in der Lausitz will sich das Kabinett am 16. Oktober annehmen.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar