Hochschulpakt : Bonus für mehr Abschlüsse

Universitäten und Fachhochschulen, die mehr Studierende als bisher zum Abschluss führen, sollen mit Prämien belohnt werden. Das fordert die SPD-Fraktion im Bundestag in ihrem jetzt veröffentlichten Konzept für einen "Hochschulpakt Plus".

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Die von Bund und Ländern getroffene Vereinbarung, bis 2015 gemeinsam hunderttausende zusätzlicher Studienanfängerplätze zu schaffen, müsse angesichts der Aussetzung der Wehrpflicht und doppelter Abiturjahrgänge massiv nachgebessert werden, fordert die SPD. Die Deckelung des Hochschulpakts II für die Jahre 2011 bis 2015 sollte aufgehoben werden.

Zwar hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz im März eine Aufstockung des Pakts beschlossen: Für von der Wehrpflicht Befreite sollten bis zu 59 000 weitere Studienanfängerplätze finanziert werden. Bund und Länder wollen außerdem nachträglich alle Plätze für rund 91 000 Studienanfänger zahlen, die bis 2010 über die Prognosen hinaus an die Hochschulen kamen. Doch auch die steigende Studierneigung müsse eingerechnet werden, fordert die SPD. Insgesamt bestehe bis 2016 ein Bedarf von bis zu 700 000 zusätzlichen Studienanfängerplätzen, bislang seien aber nur etwa 500 000 ausfinanziert. Bis 2020 könnten sogar mehr als eine Million zusätzlicher Plätze benötigt werden. Deshalb müsse es ab 2015 eine dritte Phase des Hochschulpakts geben.

In den bislang hohen Abbrecherquoten im Bachelorstudium sieht die SPD einen nicht hinnehmbaren finanziellen Vorteil für die Hochschulen: Schmeißt ein überforderter Studienanfänger hin, wird der Studienplatz dennoch weiter gefördert. Diesen Effekt wollen die Sozialdemokraten nun ins Gegenteil wenden: Hochschulen, die ihre Abbrecherquote senken und mehr Studierende zum Abschluss führen, sollen einen Bonus „als Anreiz für gute Lehre, Beratung und Betreuung“ bekommen. Den Abschlussbonus will die SPD als neue Säule im Hochschulpakt verankern – mit ansteigenden Prämien, die 2016 für jeden Studienabschluss 2000 Euro bringen. Kosten würde das jährlich bis zu einer Milliarde Euro, die Bund und Länder je zur Hälfte tragen sollten.

Dies wäre auch ein Instrument, um die Unis für die Schaffung zusätzlicher Masterstudienplätze zu motivieren, heißt es: Bis 2020 solle der Abschlussbonus für Masterabsolventen in doppelter Höhe gelten. Zudem sollen die Länder prüfen, ob ein Zuschlag auch für die Schaffung von teuren Studienplätzen in den „Laborwissenschaften“ notwendig ist.

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