Hochsicherheitslabore in Deutschland : Der Testbetrieb kann Jahre dauern

Im Moment darf in zwei deutschen Laboren an Erregern wie Ebola geforscht werden: in Hamburg und in Marburg. Berlin und die Insel Riems sollen nach dem Abschluss der Testphase hinzu kommen.

Jana Schlütter

Immer wieder springen Viren vom Tier auf den Menschen über. Doch nur an zwei Orten dürfen die gefährlichsten Erreger der Welt an großen Tieren wie Schweinen oder Rindern getestet werden: Winnipeg in Kanada und Geelong in Australien. Bald soll das S4-Hochsicherheitslabor des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Ostseeinsel Riems hinzukommen. Im August 2013 waren die Bauarbeiten abgeschlossen, die Forscher bezogen das Gebäude. Seitdem laufen in dem Labor und den Ställen Funktionstests.

In Marburg dauerten diese Tests ganze neun Monate. Der rote Kubus neben dem Institut für Virologie auf dem Campus der Universität Marburg beherbergt 285 Quadratmeter Laborfläche. Das neue Hochsicherheitslabor wurde Anfang 2007 eingeweiht, seit Dezember 2007 forschen dort Wissenschaftler an Ebola, Marburg, Nipah und anderen Erregern, gegen die es bisher weder Impfstoff noch Therapie gibt. Die zwei identischen Bereiche funktionieren unabhängig voneinander. Während der letzten Pandemie war ein Teil für die Erforschung eines Impfstoffes gegen Schweinegrippe reserviert.

In Hamburg, am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, werden zum Beispiel seit Beginn der Ebola-Epidemie Patientenproben analysiert. Das Hochsicherheitslabor wurde 2009 eingeweiht, seit 2013 arbeiten hier Forscher. Zu den Aufgaben des Instituts gehört unter anderem die Archivierung von etwa 100 seltenen Tropenviren.

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