Höllenhitze und Welten aus Eis : Eine Reise bis zum Rand des Sonnensystems

Vor 50 Jahren schickte „Mariner 4“ die ersten Nahaufnahmen vom Mars, nun besuchte die Sonde „New Horizons“ den Zwergplaneten Pluto. Damit haben Forscher alle wichtigen Himmelskörper unseres Sonnensystems zumindest etwas kennengelernt. Wir haben beeindruckende Ausblicke zusammengestellt.

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Eisige Berge, die mit bis zu 3500 Metern so hoch sind wie mancher Alpengipfel, dazwischen liegen weite und kraterlose Ebenen – Pluto hat Planetenforscher völlig überrascht. Offensichtlich ist seine Vergangenheit weitaus bewegter als gedacht. Seine Oberfläche verändert sich nach wie vor. Das zeigen die ersten Nahaufnahmen des Zwergplaneten, die die Nasa-Sonde „New Horizons“ zur Erde geschickt hat. Nach neuneinhalb Jahren Reise durch das All hat sie als erster irdischer Flugkörper Pluto und seine fünf Monde erreicht und dort zahlreiche Messungen vorgenommen. Allerdings ist die Verbindung schlecht. Bis alle Daten bei den Forschern angekommen sind, wird mehr als ein Jahr vergehen. Dann wird es weitere Überraschungen geben. Und viele neue Fragen.

Einmal durch das Sonnensystem
Zentrum des Sonnensystems ist natürlich die Sonne selbst. Hier eine Aufnahme im extremen UV-Spektrum.Weitere Bilder anzeigen
1 von 27Foto: ESA/NASA/SOHO/EIT
17.07.2015 18:07Zentrum des Sonnensystems ist natürlich die Sonne selbst. Hier eine Aufnahme im extremen UV-Spektrum.

Vor 50 Jahren kamen die ersten Nahaufnahmen vom Mars

Mit dem Vorbeiflug an Pluto, ziemlich genau 50 Jahre nachdem „Mariner 4“ als erste Sonde Bilder vom Mars gemacht hat, haben Wissenschaftler nun alle wesentlichen Himmelskörper des Sonnensystems wenigstens etwas kennengelernt. Den Sonden und Robotern gelangen beeindruckende Aufnahmen. Sie helfen, diese Objekte und ihre Geschichte besser zu verstehen.

Oft müssen Bildexperten etwas nachhelfen, etwa wenn die Planetenoberfläche unter dichten Wolken liegt. Dann nutzen sie beispielsweise Radarsignale, um die verborgene Landschaft zu rekonstruieren. Gelingt es, einen Forschungsroboter oder gar Astronauten abzusetzen, ist die wissenschaftliche Ausbeute um ein Vielfaches größer. Das zeigen die Missionen zu Mond und Mars.

Künftige Missionen führen zu Zielen in der Nähe

Doch nicht nur die Planeten sind lohnende Ziele. Ihre Monde, aber auch „Kleinkram“ wie Asteroiden und Kometen werden erkundet, um mehr über die Entwicklung des Sonnensystems zu erfahren. Besondere Aufmerksamkeit gilt einigen Monden von Jupiter und Saturn: Sie bergen unter der Oberfläche vermutlich flüssiges Wasser – Experten diskutieren, ob es dort primitives Leben geben könnte.

Für die nächsten Missionen haben die Raumfahrtagenturen nun wieder relativ nahe Ziele ausgewählt. Mond und Mars sind dabei, bei denen es perspektivisch um bemannte Flüge geht. Hinzu kommen Merkur, die Jupitermonde, die Sonne sowie Asteroiden.

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