Hohe Abbrecherquoten : Studierfähig werden

Vieles läuft falsch im deutschen Bildungswesen: Das zeigen jetzt die hohen Abbrecherquoten im Bachelorstudium. Ein Kommentar.

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Studierende sitzen in einem Hörsaal.
Schulen und Hochschulen schaffen es oft nicht, die Nachteile von Kindern aus Nichtakademiker-Familien, besonders von solchen mit...Foto: dpa

Was für eine Bankrotterklärung! Ein Drittel der Studierenden im Bachelor bricht das Studium ab, unter den Migranten sind es sogar 43 Prozent. Hochschulforscher machen Mängel in der ganzen Bildungskette dafür verantwortlich – beim Übergang von der Grund- in die Oberschule, in Ausbildung oder Hochschule, aber auch an den Universitäten und Fachhochschulen selber.

Chancengleichheit für Nichtakademiker-Kinder? Ist nicht gegeben, die Schulen schaffen es weiterhin nicht, deren Nachteile auszugleichen. Ein strukturierteres Studium im Bachelor, das der vielfältigen Abiturientenschar einen leichteren Einstieg bietet? Auch das funktioniert für viele nicht, trotz neuer Programme für die Qualität der Lehre.

Der Bildungsaufstieg wird behindert

Die Schulen entlassen insbesondere die Bildungsinländer – mit deutscher Schullaufbahn, aber ausländischem Pass – oft als nicht studierfähig. Die mangelnde Qualität der Schulabschlüsse unterhalb des Gymnasiums behindert deren Bildungsaufstieg. Das sollen nun die Hochschulen richten – mit Orientierungsphasen und mehr Beratungsangeboten. Gerade Fehlentscheidungen bei der Wahl des Studienfachs, zu denen besonders Erstakademiker aus Migrantenfamilien neigen, führen zu hohen Abbrecherquoten. Die Studierenden müssen die Beratung aber auch annehmen. Damit Deutschland allen gerechte Chancen eröffnet, braucht es neue Anstrengungen in der gesamten Bildungskette.

Unseren Artikel über die am Donnerstag vorgestellte Studienabbrecher-Untersuchung lesen Sie hier.

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