HPV-IMPFUNG : Schwieriger Start, guter Schutz

Das Humane Papillomavirus HPV ist die Ursache von Gebärmutterhalskrebs. Deshalb wurden „Gardasil“ und „Cervarix“, die beiden Impfstoffe gegen HPV, zunächst sehr positiv aufgenommen, als sie 2006 und 2007 auf den Markt gebracht wurden. Empfohlen wird die Impfung für Mädchen zwischen zwölf und 17. Die Zustimmung brach ein, als 2008 in einem „Bielefelder Manifest“ Kritiker den Nutzen der Impfung infragestellten. „Wer sein Kind nicht impfen lässt, tut ihm damit nichts Schlimmes an“, ermutigte Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer, die Impf-Zweifler. Die Diskussion um Nebenwirkungen schreckte junge Frauen zusätzlich ab. „Die Impfungen gingen um die Hälfte zurück“, sagt Peter Hillemanns, Gynäkologe an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Mittlerweile ist es ruhig um die Kritiker geworden, die Zahl der Impfungen hat wieder zugenommen. Zudem häufen sich Belege für einen Nutzen:

Die Impfstoffe schützen zuverlässig vor einer Infektion mit den Hochrisikotypen 16 und 18. Diese Erregertypen verursachen 70 Prozent der bösartigen Tumoren am Gebärmutterhals. Daneben gibt es deutliche Hinweise darauf, dass die Impfstoffe auch gegen andere gefährliche HPV-Typen wappnen. Der Schutzeffekt ist größer als angenommen.

Viel häufiger als Krebs selbst sind durch HPV hervorgerufene Krebsvorstufen im Gewebe am Gebärmutterhals. Oft werden sie entfernt, etwa mit einer Konisation. Dabei wird ein kegelförmiges Gewebestück aus dem Muttermund herausgeschnitten. Da der Impfschutz das Risiko von Krebsvorstufen verringert, sinkt die Zahl der Konisationen und anderer belastender Eingriffe.

HPV ist weltweit der Verursacher von fünf Prozent aller bösartigen Tumoren. Der Erreger ruft nicht nur Krebs am Gebärmutterhals, sondern auch an Schamlippen, Penis und Anus hervor. Im Mund-Rachen-Raum wird jede zweite Geschwulst mit HPV in Verbindung gebracht. Auch in diesen Fällen ist ein Impfschutz wahrscheinlich.

Die Impfung wird gut vertragen. Zudem gibt es Indizien für eine „Herdenimmunität“. Das heißt, dass sich auch ungeimpfte Frauen seltener mit gefährlichen HPV-Typen anstecken, weil diese durch die Impfung zurückgedrängt werden. Die Ungeimpften laufen also im Schutz der geimpften „Herde“ mit. wez

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