Wissen : HTW-Plagiat: „Vertuscht wird nichts“

Der Präsident der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) weist den Vorwurf zurück, einen Plagiatsfall an seiner Hochschule zu vertuschen. „Wir haben den Fall buchstabengetreu gemäß unseren Richtlinien aufgearbeitet“, sagte Heine auf Anfrage am Donnerstag. Heine hatte am Vormittag mit Studierenden den Fall diskutiert. Nach HTW-Angaben nahmen 60 Studierende teil. Heine sprach von einer konstruktiven Atmosphäre.

Der HTW-Professor Thomas Simeon hatte den Fall in eine breitere Öffentlichkeit getragen, indem er Studierende in seiner Vorlesung darüber informiert hatte. Ein Video davon wurde auf „Youtube“ hochgeladen. Es geht um einen Professor, der aus der Diplomarbeit eines Studenten Zusammenfassungen seiner eigenen Lehrveranstaltungen übernahm, ohne das zu kennzeichnen. Simeons Vorwürfe, der Fall sei nicht breit genug diskutiert und zu milde geahndet worden, stimmten nicht, sagte Heine. Der Fall sei schon im Herbst im Akademischen Senat (AS) hochschulöffentlich gemacht worden. Es sei ein minderschweres Plagiat; in einem solchen Fall würden auch Studierende nicht exmatrikuliert. Der Professor erhielt einen Verweis. Die HTW hat jetzt eine Chronologie der Vorgänge ins Internet gestellt.

Die Forderung von Studenten, den Namen des Professors zu nennen, lehnte Heine ab: „Wir stellen niemanden an den Pranger.“ Offen sei er für den Wunsch, mehr Studierende an der Kommission zu beteiligen, die wissenschaftliches Fehlverhalten untersucht. Darüber müsse der AS befinden. Simeon nahm an der Diskussion nicht teil. Er sei nicht persönlich eingeladen worden, sagte er. Allerdings hatte er im Vorfeld dem Präsidenten anwaltlich untersagt, in seiner Vorlesung aufzutreten. Der Präsident habe sich dazu selbst eingeladen, was der Wissenschaftsfreiheit widerspreche, sagte Simeon. Er halte an den Vorwürfen fest. Der Präsident war in einen anderen Raum ausgewichen. tiw

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