Wissen : HU Berlin Spitze bei Berufungen Uni-Verhandlungen mit Professoren bewertet

Tilmann Warnecke

Die Humboldt-Universität Berlin gehört nach einem neuen Ranking des Hochschulverbandes zu den Hochschulen mit der besten Berufungskultur in Deutschland. Die HU belegt danach mit Göttingen, Duisburg-Essen und Kiel einen gemeinsamen zweiten Platz, wenn es um die Berufungsverfahren von neuen Professoren geht. Gemeinsame Sieger des Rankings sind die Uni Bayreuth und die TU Kaiserslautern. Neun weitere Hochschulen – darunter die Uni Bielefeld und die TU München – teilen sich den dritten Platz. Die restlichen der 130 bewerteten Hochschulen, darunter auch die Freie und die Technische Universität Berlin, schaffen es nicht in die Führungsgruppe.

Untersucht wurden drei Kategorien: In einem Selbstbericht mussten die Hochschulen Auskunft über Rahmenbedingungen bei den Berufungsverhandlungen geben. Dabei wurden die Unis unter anderem gefragt, wie lange bei ihnen die Verfahren dauern, ob die Bewerber über den Stand des Verfahrens informiert werden und ob die Hochschule die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt. Als Zweites wurde das Verhandlungsklima gewertet. Dafür befragte der Hochschulverband, der die Interessen der Professoren vertritt, seine Mitglieder. Als dritten Faktor werteten Justiziare des Hochschulverbandes die Regeln für die leistungsbezogene W-Besoldung der Hochschulen aus. Für das Gesamtranking wurden die drei Kategorien zusammengezählt. Das meiste Gewicht, nämlich fünfzig Prozent der Gesamtwertung, machte die Selbstauskunft über die Rahmenbedingungen aus. Das Verhandlungsklima und die W-Besoldung zählten jeweils zu einem Viertel.

Die HU hat demnach wie 29 andere Unis bundesweit „hervorragende Rahmenbedingungen“ bei ihren Berufungsverhandlungen. Der FU werden „gute Rahmenbedingungen“ bescheinigt, die der TU sind dagegen „nachbesserungsbedürftig“. Das Verhandlungsklima ist an HU und FU „gut“, an der TU dagegen „heterogen“. Fünf Hochschulen (Bayreuth, Bochum, Oldenburg, Osnabrück, Saarbrücken) schaffen hier ein „sehr gut“. Die W-Besoldung an der HU wird für „befriedigend, aber in Einzelaspekten nachbesserungswürdig“ gehalten. „Erheblichen Nachbesserungsbedarf“ haben FU und TU. Die beste Bewertung in dieser Kategorie, „gut“, bekommen nur vier Hochschulen (Bamberg, Kaiserslautern, Saarbrücken, Weimar). Tilmann Warnecke

Das gesamte Ranking erscheint in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift „Forschung und Lehre“ des Deutschen Hochschulverbandes.

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