Wissen : HU verliert Vize

TU-Kanzlerin Gutheil kommt doch nicht

Die umstrittene TU-Kanzlerin Ulrike Gutheil wird doch nicht Vizepräsidentin für Haushalt an der Humboldt-Universität. Das teilten die HU und die TU am gestrigen Mittwoch mit. Gutheil war bereits im Juni vom Konzil der HU zur Vizepräsidentin gewählt worden, aber noch nicht angetreten. Nun ließ sie erklären, fünf Monate seien seit ihrer Wahl verstrichen, „ohne dass die rechtlichen und organisatorischen Bedingungen“ für den Wechsel geklärt worden wären. Sie fühle sich auch gegenüber der TU verpflichtet, für Klarheit zu sorgen.

HU-Präsident Jan-Hendrik Olbertz erklärte, er „bedaure“ Gutheils Entscheidung „sehr“. Die HU verliere „ eine anerkannte und exzellent ausgewiesene Kandidatin“. Olbertz, der Gutheil selbst auf den Schild gehoben hatte, teilte mit, ihrem Wechsel an die HU seien „von verschiedenen Seiten immer wieder Steine in den Weg gelegt worden.“ So habe es „beamtenrechtliche Probleme“ gegeben, „die teils in der Verfassung der Humboldt-Universität, teils in rechtlichen Vorbehalten bei der Senatsverwaltung begründet“ lägen. Nach Informationen des Tagesspiegels ging es dabei darum, dass Gutheil an der TU Beamtin ist, die HU ihr aber keine Beamtenposition anbieten konnte. Olbertz erklärte, auch „der Zeitverzug“ hätte eine Rolle gespielt. Zuerst war Gutheils Amtsantritt nicht möglich gewesen, weil Studierende ihre Wahl wegen eines formalen Fehlers gerichtlich angefochten hatten. Die Studierenden hatten sich jetzt entschlossen, in Berufung gegen das Urteil vom 2. November zu gehen.

Olbertz kündigte an, „gemeinsam mit dem Kuratorium alle Hebel in Bewegung setzen, schnellstmöglich einen oder mehrere neue Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten für Haushalt der Humboldt-Universität aufzustellen“. TU-Präsident Jörg Steinbach begrüßte es, dass die TU weiter mit Gutheil als „ausgewiesener Fachexpertin“ arbeiten könne.

In der Professorenschaft der HU war die Wahl Gutheils äußerst umstritten, weil der Landesrechnungshof im Jahr 2008 das Finanzgebaren der TU gerügt hatte und gegen Gutheil noch immer staatsanwaltschaftliche Ermittlungen laufen. Ein Professor erklärte auf Anfrage, Olbertz gelte nun unter Professoren als geschwächt, weil er seine Wunschkandidatin verloren habe. akü/tiw

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