Wissen : Humboldt streitet um uniweite Graduiertenschule

Die „Humboldt Graduate School“ (HGS), das Dach für alle Doktorandenschulen der Humboldt-Universität, wird vorerst nicht unbefristet verlängert. Einen entsprechenden Antrag des Präsidiums lehnte der Akademische Senat der HU am Dienstag ab. Die Graduate School war 2005 eingerichtet worden und zunächst bis Ende dieses Jahres befristet. Nun wollte das Präsidium die Graduiertenschule unbefristet verstetigen. Man habe mit der Graduate School viel vor, sagte Vizepräsident Michael Linscheid. Nicht nur die Graduiertenschulen, die im Rahmen der Exzellenz-Initiative an der HU gefördert werden, sondern auch viele andere Doktorandenprogramme der Uni sollen künftig unter dem Dach der HGS aufgenommen werden und Promotionen nach einheitlichen Qualitätsmaßstäben anbieten. Perspektivisch sei sogar auch vorstellbar, Einzel-Doktoranden aufzunehmen. Für die 5000 Doktoranden der HU würde so eine bessere Betreuung sichergestellt. Auch für den Elite-Antrag in der Fortsetzung der Exzellenz-Initiative sei es wichtig, eine funktionierende uniweite Graduiertenschule vorweisen zu können. Der Mathematiker Andreas Griewank warf Linscheid vor, die jetzt vom Präsidium vorgeschlagene Erweiterung sei nichts Neues, sondern von Anfang an so geplant gewesen: „Es ist also bisher nicht richtig viel erreicht worden.“ Widerspruch rief bei vielen AS-Mitgliedern zudem hervor, dass das Präsidium kein Konzept vorlegte, wie die HGS finanziert werden soll und wie ihre Personalausstattung aussehen wird. Die Entscheidung fiel in einer geheimen Abstimmung mit zehn Nein-Stimmen, acht Ja-Stimmen und drei Enthaltungen. In der nächsten Sitzung will das Präsidium den AS wieder mit dem Thema befassen, hieß es gestern. tiw

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