Humboldt-Universität Berlin : Die HU verschiebt ihre Präsidentenwahl erneut

Zu wenig Bewerber für das Präsidentenamt an der Humboldt-Universität: Wieder platzt der Wahltermin. An der HU machen viele Jan-Hendrik Olbertz dafür verantwortlich.

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Die Humboldt-Universität zu Berlin. Foto: Doris Spikermann-Klaas/Tsp
Die Humboldt-Universität zu Berlin.Foto: Doris Spikermann-Klaas/Tsp

Die Humboldt-Universität muss ihre Präsidentenwahl in den Herbst verschieben. Der zuletzt als Wahltermin vorgesehene 15. Juli ist nicht zu halten, weil die Bewerberlage als zu schlecht betrachtet wird. „Die Findungskommission hat in Abstimmung mit dem Kuratorium am 26. Juni entschlossen, weiter aktiv nach Kandidaten zu suchen“, teilte Hans-Christoph Keller, Sprecher der HU, am Montag auf Anfrage mit. Frühestens kann der neue Präsident oder die neue Präsidentin also Mitte Oktober gewählt werden. Denn von Mitte Juli bis Mitte Oktober sind Semesterferien.

Einen Wahltermin für die seit langem unbesetzte Position des Vizepräsidenten für Haushalt konnte Keller nicht nennen. Aus der HU ist aber zu hören,  der neue Präsident oder die neue Präsidentin solle Einfluss auf die Personalie nehmen dürfen. Das heißt, auch diese Position bleibt bis mindestens zum Herbst vakant. Ein erster Anlauf zur Wahl der Vizepräsidentin für Haushalt war im Mai gescheitert, weil eine der beiden Bewerberinnen ihre Kandidatur kurzfristig zurückgezogen hatte, und die andere bei der Wahl im Konzil der HU durchfiel.

Der bisherige HU-Präsident hatte spät zurückgezogen

An der HU wird für die schwierige Lage vielfach der jetzige Präsident Jan-Hendrik Olbertz verantwortlich gemacht. Als die Position im Januar ausgeschrieben wurde, hatte er offen gelassen, ob er wieder kandidiert. Damit wollte er Druck auf das Konzil der Uni ausüben, doch noch einen Kanzler und die Position des Vizepräsidenten für Haushalt abzuschaffen. Dies hatte das Konzil im November abgelehnt. Offenbar hoffte Olbertz aber, das Konzil werde ihm doch noch folgen, um ihn als Präsidenten zu halten. Der Text der Ausschreibung für das Präsidentenamt vom Januar enthielt darum auf seinen Wunsch hin die unklare Formulierung: „Der derzeitige Amtsinhaber hat in Aussicht gestellt, erneut für das Amt zu kandidieren.“ Erst im März zog Olbertz endgültig zurück. Potenzielle Bewerber könnten von dem Eindruck, der Amtsinhaber bewerbe sich (vielleicht) wieder, abgeschreckt worden sein, heißt es aus der HU. Als Wahltermin war ursprünglich der 5. Mai geplant.

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