Humboldt-Universität : Für den Berliner Senat sind die Sparpläne im Rahmen

Die HU will massiv beim Mittelbau sparen. Doch Wissenschaftsstaatssekretär Knut Nevermann hält die finanzielle Lage der HU für „nicht dramatischer als die anderer Berliner Unis“.

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Das erklärte Nevermann am Mittwoch im Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses, nachdem der CDU-Abgeordnete Stefan Schlede ihn um eine Einschätzung gebeten hatte. Es sei in Verwaltungen und auch an Hochschulen üblich, „dass nicht jede Stelle sofort wiederbesetzt werden kann“, weil regelmäßig „über den Durst hinaus“ geplant werde, sagte Nevermann. Die aktuelle Unruhe an der HU hält Nevermann für einen Effekt interner Verteilungskämpfe. Es gebe Versuche, die anstehenden Entscheidungen im Zuge der an der HU geplanten Fakultätsreform zu beeinflussen. Denn bei der Reform gehe es auch um die Frage. „Wer kriegt wie viel Geld?“. Das sei „nachvollziehbar“ und eine „normale Auseinandersetzung an einer autonomen Hochschule“. Nevermann repräsentiert den Senat im HU-Kuratorium.

Wie berichtet, sind viele HU-Angehörige sehr besorgt, weil sie mit Stellenstopps für wissenschaftliche Mitarbeiter in großem Umfang rechnen. Der Personalrat der Humboldt-Universität geht davon aus, dass einjährige Besetzungssperren über ein Drittel der 1000 haushaltsfinanzierten Mitarbeiter verhängt werden müssen, um das Haushaltsdefizit auszugleichen. Damit würde die HU weit härtere Sparmaßnahmen ergreifen als FU und TU. Das HU-Präsidium streitet allerdings ab, dass es wirklich so weit kommt. Der Haushaltsplan sei nur ein Worst-Case-Szenario.

Auch über die Ursachen des Defizits gehen die Meinungen auseinander. Das HU-Präsidium verweist allein auf die zu niedrigen Landeszuschüsse. Andere gehen von einer Kumulation von Haushaltsentscheidungen der HU aus, darunter regelmäßig teure Berufungen. Vermutet werden auch Umschichtungen im Zuge der Exzellenzinitiative.

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