Humboldt Universität : Markschies will bleiben

Krisensitzung im Präsidium der Humboldt-Uni. Umdenken ist gefordert. Präsident Markschies spricht klare Worte.

Berlin Christoph Markschies, Präsident der Humboldt-Universität (HU), will weiter im Amt bleiben. Am Donnerstag stand nach einer stundenlangen Krisensitzung im Präsidium fest, dass er seine Rücktrittsdrohung vom Dienstag nicht wahrmacht. Diskutiert wurde, wie mit Markschies’ Abstimmungsniederlage im Akademischen Senat umzugehen sei.

Mit knapper Mehrheit war am Dienstag der Antrag des Präsidenten abgelehnt worden, das im Elitewettbewerb gescheiterte Zukunftskonzept auch ohne zusätzliche Finanzierung weitgehend umzusetzen. Der Vizepräsident für Haushalt, Frank Eveslage, hatte erklärt, dies sei nicht machbar. Im Akademischen Senat hatte Markschies dann wie berichtet gesagt, dass man sich ja überlegen könne, bei der anstehenden Vizepräsidentenwahl gleich das gesamte Präsidium neu zu wählen. Jetzt scheint Markschies zu akzeptieren, dass vom Zukunftskonzept nur noch das Institut für Lebenswissenschaften umgesetzt werden soll. Bei der gestrigen Sitzung sei beschlossen worden, entsprechende Arbeitsgruppen im Akademischen Senat am 8. Januar einzusetzen, sagte eine Sprecherin.

Doch obwohl Markschies von einem Rücktritt absah, sehen Universitätsmitglieder das Präsidium in einer tiefen Krise. Markschies soll Mitarbeitern aus seinem Umfeld gekündigt haben, andere wollten wegen seines Führungsstils selbst kündigen. Im September 2006 war bereits die Vizepräsidentin für Lehre und Internationales, Susanne Baer, nach „nicht aufzulösenden Differenzen in der Leitung der Universität“ zurückgetreten. Im Oktober dieses Jahres verließ der Vizepräsident für Forschung, Jürgen Prömel, die HU, um Rektor der Uni Darmstadt zu werden. Zuvor wurde bekannt, dass Baers Nachfolger Stefan Matuschek, der kurz nach seinem Amtsantritt im April schwer erkrankte, nicht in sein Amt zurückkehren wird.

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