Humboldt-Universität : „Schmerzhafte Einschnitte“ möglich

Ein neuer Strukturplan muss her: Frank Eveslage, Vize der Berliner Humboldt-Universität, bereitet seine Hochschule auf die Zukunft vor. Manche Disziplinen könnten dabei auf der Strecke bleiben.

Berlin Frank Eveslage, Vizepräsident der Humboldt-Universität, sieht die Hochschule in den nächsten Jahren vor „schmerzhaften Einschnitten, die Teilen der Uni nicht gefallen werden“. Auf Basis der Entscheidung im Elitewettbewerb und den noch nicht absehbaren zukünftigen Zuschüssen des Landes Berlin werde die Uni ihren Strukturplan erneuern müssen, sagte Eveslage im Akademischen Senat. Fächer, die dann als nicht förderungswürdig eingestuft würden, könnten dabei „eventuell auf der Strecke bleiben“, die dort angesiedelten Professuren verlagert werden.

Hintergrund der Äußerungen sind Sorgen von Uni-Angehörigen, die teuren Professuren aus dem Elitewettbewerb könnten von der Uni nur dann nach Auslaufen der Fördermittel in fünf Jahren weiter finanziert werden, wenn 30 bis 40 Professuren in anderen Bereichen gestrichen werden. Auf eine Kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Sebastian Czaja hatte Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) kürzlich ohne Begründung festgestellt, diese „Vorwürfe“ seien nicht berechtigt.

Die Zahl von 40 gefährdeten Professuren hatte der Personalrat der Universität bei Hochrechnungen ermittelt. Sie findet sich auch in einer Fassung des Eliteantrags der Uni – allerdings nicht in derjenigen Version, die die HU schließlich eingereicht hat, wie Eveslage sagte. In jener Vorstufe waren auf der Basis des internen Forschungsrankings Stellen in den Sportwissenschaften, den Gender Studies, den Asien- und Afrikawissenschaften, der Romanistik, den Klassischen Philologien, der Skandinavistik, der Chemie und der Physik infrage gestellt worden. Auch diese Liste findet sich in der letzten Antragsfassung zwar nicht mehr. Die dortigen Aussagen seien aber „nicht unbedingt falsch“, sagte Eveslage.

Das interne Ranking, das nach den kommenden zwei Jahren die Basis für neue Strukturentscheidungen bilden soll, müsse jedoch auch Leistungen in der Lehre berücksichtigen, sagte Eveslage. Auch werde über Stellenstreichungen nicht im Geheimen vom Präsidium, sondern im Akademischen Senat entschieden.

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