Humboldt- Universität : Streit um Zulassung zum Master

Studierende kritisieren die neuen Regelung an der Humboldt- Universität. Zum ersten Mal müssen Bewerber schon sämtliche Prüfungen und die Bachelorarbeit angemeldet haben.

Eine neue Regelung zur Vergabe der Masterstudienplätze an der HU soll zu mehr Sicherheit führen. Die Studierende bezweifeln dies.
Eine neue Regelung zur Vergabe der Masterstudienplätze an der HU soll zu mehr Sicherheit führen. Die Studierende bezweifeln dies.Foto: dpa/picture alliance

Studierendenvertreter an der Humboldt- Universität protestieren gegen neue Zulassungsregelungen zum Master. Bis zum Bewerbungstermin am 15. Juli müssen die Studierenden in diesem Jahr erstmals an allen Fakultäten sämtliche Prüfungen sowie die Bachelorarbeit angemeldet haben. Wenn sie zum Masterstudium zugelassen werden, erhalten sie zum Wintersemester 2010/11 eine vorläufige Immatrikulation und müssen das Bachelorzeugnis im Laufe des Wintersemester nachreichen, heißt es etwa auf der Homepage des Winckelmann-Instituts für Klassische Archäologie. In der Vergangenheit war es möglich, sich auch ohne vollständige Prüfungsanmeldung um einen Masterplatz zu bewerben und vorläufig zum Studium zugelassen zu werden.

Die neue Regelung könne dazu führen, dass Studierende bis zu einem Jahr verlieren, da Masterstudiengänge nur zum Wintersemester starten, kritisiert Tobias Roßmann, studentisches Mitglied in der Kommission für Lehre und Studium der HU. Die alte Bestimmung sei auf Drängen der Studierenden eingeführt worden. Die Änderung sei den Studiendekanen zudem sehr kurzfristig vom Präsidium mitgeteilt worden – sieben Wochen vor dem Ende der Bewerbungsfrist. Die Studierenden hätten sich nicht mehr darauf einstellen können.

Aus den Fakultäten der HU ist allerdings zu hören, dass wegen der alten Regelung etliche Studierende auf der Strecke geblieben seien: Sie hätten ein Masterstudium begonnen, es nicht geschafft, parallel die Bachelorarbeit sowie die Prüfungen zu schreiben und das Studium zumindest vorübergehend abbrechen müssen, heißt es.

„Die neue Regelung führt zu mehr Sicherheit für alle Seiten“, sagte Stefan Kipf, Studiendekan an der Philosophischen Fakultät II, dem Tagesspiegel. Die Dekanate hätten das Präsidium darum gebeten, eine einheitliche Zulassungspraxis für die HU festzulegen, zuvor sei die Masterzulassung unterschiedlich geregelt gewesen. „Die neue Regelung ist gerechter und praktikabler“, sagt Kipf. -ry

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