Wissen : „Ich werde meine guten Kontakte nutzen“

Siemens-Manager Friedrich Fröschl über die Kooperation mit der TU – und neue Pläne

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Die langjährigen Kooperationen zwischen der Technischen Universität Berlin und der Siemens AG haben sich in diesem Jahr noch weiter verstärkt. Im Mai wurde ein Lenkungsausschuss gegründet, der Kooperationsprojekte initiieren soll. Pate dieser Zusammenarbeit und Vorsitzender des Ausschusses ist Friedrich Fröschl, Leiter der Zentralstelle Corporate Information and Operations der Siemens AG. Mit ihm sprach Stefanie Terp.

Die SiemensPatenschaft für die TU existiert seit vielen Jahren. Welche Ziele verfolgt das Unternehmen mit dem neu gegründeten Lenkungsausschuss?

Wir wollen die Kooperation besser koordinieren und gezielt ausweiten. Künftige Projekte werden durch den Lenkungsausschuss initiiert, begleitet und gefördert. Neue Kooperationsfelder sollen erkundet und definiert werden. Die Zusammenarbeit wird sowohl die Forschung als auch die Lehre betreffen. Zweimal jährlich wird der Ausschuss einberufen, um den Stand der Projekte zu bewerten und künftige Aktivitäten festzulegen.

Welche inhaltlichen Akzente setzt die Kooperation? Auf welchen Wissensfeldern will Siemens mit der TU zusammenarbeiten?

Die Zusammenarbeit hat sich bisher darauf konzentriert, die Praxis näher an die Lehre heranzubringen. Dazu führen wir seit 1998 im „Center für Wandel und Wissensmanagement“ (CWW) Ringvorlesungen mit hochkarätigen Vertretern von Siemens durch. Künftig soll die Kooperation in der Forschung und Entwicklung intensiviert werden. So wurden bereits im Frühjahr zwei Forschungskolloquien zu „Informations- und Kommunikationstechnologien“ sowie „Wissens- und Innovationsmanagement“ durchgeführt. Aufgrund der positiven Erfahrungen besteht Interesse an weiteren Kolloquien zu anderen Themen. Ziel ist es, für beide Seiten nützliche Projekte abzuleiten.

Wie engagieren Sie sich in der Patenschaft?

Als Siemens-Pate für die TU Berlin habe ich den Vorsitz des Lenkungsausschusses übernommen. In dieser Rolle werde ich die Fokussierung der Kooperation auf Erfolg versprechende Schwerpunktthemen vorantreiben. Da die Ressourcen sowohl bei der Technischen Universität als auch bei Siemens begrenzt sind, ist es geradezu eine Notwendigkeit, sich nicht zu verzetteln. Ich werde natürlich auch meine guten Kontakte in unserem Unternehmen nutzen, um die Siemens-Kollegen zur konkreten Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen an der TU Berlin zu motivieren.

Inwieweit können die Studierenden von der Forschungskooperation profitieren?

Studenten profitierten bereits in den Ringvorlesungen des CWW von den Praxiserfahrungen der Vertreter von Siemens. Die gut besuchten Veranstaltungen und die vielen anregenden Diskussionen machen das rege Interesse der Studierenden deutlich. Darüber hinaus führt Siemens Studienprojekte durch und bietet Praktikumsplätze an. Ziel dabei ist es, dass die Studierenden ihr erlerntes Wissen in der Praxis anwenden und eigene Erfahrungen sammeln können. Viele der Teilnehmer an solchen Veranstaltungen haben darüber bereits den Weg in ein Berufsleben bei Siemens gefunden.

Welche weiteren Pläne gibt es für die Zusammenarbeit zwischen der TU und Siemens?

Wir wollen ein neues Center für Knowledge Interchange (CKI) aufbauen. Das CKI wird das Dach für das auf Lehre und Wissenstransfer konzentrierte CWW und gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte bilden. Es wird die Zusammenarbeit zwischen der Universität und Siemens intensivieren .

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