Wissen : Impfstoff für Schweinegrippe wird verbrannt

Zwei Jahre nach der Schweinegrippe-Epidemie suchen die Länder eine Müllverbrennungsanlage für die Vernichtung der Impfstoff-Reste. Sie solle 196 Paletten mit 16 Millionen Impfdosen beseitigen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums von Sachsen-Anhalt, Holger Paech, am Mittwoch.

Die für mehrere hundert Millionen Euro gekauften Impfstoffe müssen vernichtet werden, weil die Weltgesundheitsorganisation WHO ihn damals nur für die Pandemie zugelassen hatte, wie der Sprecher erläuterte. Zudem läuft das Haltbarkeitsdatum ab, und normale Grippeimpfungen schützen heute ebenfalls gegen das H1N1-Virus.

Sachsen-Anhalt hat die Suche nach dem Entsorger übernommen, da es derzeit den Vorsitz der zuständigen Arbeitsgruppe der Länder hat. Die 196 Paletten lagern bei einem Transport-Unternehmen an einem nicht genannten Ort außerhalb Sachsen-Anhalts. Neben den übrig gebliebenen Paletten gibt es weitere Dosen, die bereits an Ärzte und Gesundheitsämter ausgeliefert waren und nicht genutzt wurden. Diese wurden oder werden dezentral vernichtet, erklärte das Ministerium weiter.

Die Länder bleiben auf immensen Kosten sitzen. Von den insgesamt 34 Millionen erworbenen Impfstoff-Dosen seien 28,7 Millionen übrig geblieben, hatte das Gesundheitsministerium in Niedersachsen, das damals den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz hatte, Ende 2010 mitgeteilt. Damit blieben die Länder auf Kosten von 239 Millionen Euro sitzen. dpa

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