Wissen : Indien dreht sich schneller dank Monsun

Die Bewegung der Kontinente hängt nicht nur von Vorgängen im Erdinneren ab, sondern auch vom Klima – zumindest ein bisschen. Das zeigen Berechnungen eines australisch-europäischen Forscherteams. Indem starke Monsunniederschläge am Gebirgsblock des Himalaja nagten, beschleunigte sich demnach die Drehung der Indischen Platte, berichten sie in den „Earth and Planetary Science Letters“.

Seit etwa 50 Millionen Jahren schiebt sich die Indische Platte von Süden unter die Eurasische Platte und türmt dabei den Himalaja auf. Dem Wachstum des Gebirges wirken Niederschläge insbesondere des Monsuns entgegen, die das Gestein erodieren. Die Wissenschaftler wollten wissen, ob sich die Schwankungen des Monsuns über die Jahrmillionen auf die Bewegung der Indischen Platte ausgewirkt haben. Sie simulierten dazu die Plattenbewegung mit einem Computermodell und gingen mal von einem gleichmäßig erodierten Himalaja aus und mal von einem Himalaja, der vor allem im östlichen Teil verstärkt an Höhe und Masse eingebüßt hat. In diesem Fall zeigte sich, dass die Indische Platte unter der geringeren Last deutlich schneller gegen den Uhrzeigersinn rotiert: An ihrem östlichen Rand bewegt sie sich fast einen Zentimeter pro Jahr schneller gegen die Eurasische Platte. JKM

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