Wissen : „Integration in Schulen vorantreiben“

Die Deutsche Unesco-Kommission will die Integration von Menschen mit Behinderungen in das Bildungssystem vorantreiben und hat einen Expertenkreis „Inklusive Bildung“ gegründet. Dieser Kreis, zu dessen Koordinatoren der Bundesbeauftragte für Behinderte, Hubert Hüppe (CDU), und die ehemalige schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) zählen, wolle die Umsetzung inklusiver Bildung auf allen staatlichen Ebenen beschleunigen, teilte die Unesco-Kommission jetzt in Bonn mit.

Seit vergangenem Jahr gilt in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention. Danach haben alle behinderten Kinder das Recht auf gemeinsamen Unterricht in einer allgemeinen Schule. In Europa werden den Angaben nach 85 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf an Regelschulen unterrichtet. In Deutschland hingegen seien es lediglich 16 Prozent aller Kinder mit Behinderung. Der Expertenkreis „Inklusive Bildung“ wolle die bestehenden Erfahrungen und Kompetenzen aus Wissenschaft, Praxis und Politik besser vernetzen, hieß es. Inklusion solle allen Kindern eine qualitativ hochwertige Bildung ermöglichen, unabhängig von Lernbedürfnissen, Geschlecht oder Herkunft.

Erdsiek-Rave betonte, dass inklusive Bildung nicht nur ein Menschenrecht, sondern eine Verpflichtung für alle staatlichen Ebenen sei. Von der Schulorganisation über die Unterrichtsform bis zur Lehrerbildung müsse das System verändert werden. Die UN-Konvention räume keine beliebigen Wartefristen ein, sagte Erdsiek-Rave. „Mehr als ein Jahrzehnt darf es nicht dauern, alles andere wäre ein Armutszeugnis.“ epd

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