• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Internationale Grundschulstudien : Mehr Lust auf Schule

12.12.2012 18:15 Uhrvon und
Voll konzentriert. Mädchen lesen besser, Jungen liegen in Mathe vorn. Doch die Unterschiede sind nach Aussage der Bildungsforscher nicht allzu groß.Bild vergrößern
Voll konzentriert. Mädchen lesen besser, Jungen liegen in Mathe vorn. Doch die Unterschiede sind nach Aussage der Bildungsforscher nicht allzu groß. - Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Deutsche Grundschüler sind in allen Fächern motivierter. Doch die Risikogruppe bleibt groß und Spitzenleistungen bringen zu wenige Kinder - das ist das Ergebnis der neuen Grundschul-Studien Iglu und Timss.

Grundschüler in Deutschland lesen sehr gerne, ihre Motivation ist in den vergangenen Jahren sogar gestiegen. Insgesamt liegen ihre Leistungen im internationalen Vergleich im oberen Drittel. Das sind Ergebnisse der beiden großen internationalen Grundschulstudien Iglu und Timss, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurden. Bei Iglu (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) wurde die Lesekompetenz geprüft, bei Timss (Trends in International Mathematics and Science Study) ging es um Mathematik und Naturwissenschaften. Getestet wurden Viertklässlerinnen und Viertklässler in über 50 Ländern, in Deutschland nahmen 4241 Schülerinnen und Schüler aus 198 Schulen teil.

Die Ergebnisse im Überblick:

LESEN

Im Lesen liegen die deutschen Grundschüler deutlich über den Mittelwerten für den internationalen und den EU-weiten Vergleich (siehe Grafik). Trotz der vermehrten Lust aufs Lesen haben sich die deutschen Viertklässler gegenüber früheren Iglu-Studien aber nicht weiter verbessert. Im Vergleich zu 2006 sinkt der Mittelwert sogar um sieben Punkte, die Leistungen entsprechen jetzt wieder „in etwa dem Leistungsniveau von 2001“. Andere Staaten haben zugelegt, darunter die USA, die 2006 hinter Deutschland standen.

Wenig verändert im Vergleich 2001hat sich in Deutschland auch das Bild bei den Leistungsschwachen und -starken. 15,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichen nicht die Kompetenzstufe III und werden somit in der Sekundarstufe I erhebliche Schwierigkeiten in allen Fächern bekommen, sagen die Forscher. Gleichwohl erreichen nur wenige Länder einen besseren Wert. Umgekehrt werden immer noch sehr wenige Kinder in die Leistungsspitze geführt: Nur 9,5 Prozent erreichen die höchste Kompetenzstufe V. In Russland, England oder auch Ungarn lesen dagegen 12,2 bis 19,3 Prozent der Schüler auf einem so hohen Niveau.

In Deutschland erklärt nur jedes neunte Kind, „nie oder fast nie außerhalb der Schule zu seinem Vergnügen zu lesen“. 2001 war es noch jedes sechste. Laut der Studie kommen Schüler mit literarischen Texten besser zurecht als mit Sachtexten.

MATHE/NATURWISSENSCHAFTEN

Konstante Leistungen, aber keine Verbesserungen: Das gilt auch für Mathematik und Naturwissenschaften, wo Timss-Ergebnisse von 2007 und 2011 verglichen wurden. In Mathematik verzeichnet die neue Studie immerhin bessere Ergebnisse in Geometrie/Messen und beim Umgang mit Daten. Auch hier gehen die Schüler größtenteils positiv eingestellt in den Unterricht, wobei Mathematik von allen Fächern noch am unbeliebtesten ist. Aber auch dazu hat nur jedes sechste Kind eine „niedrig positive“ Einstellung.

Deutlich größer als beim Lesen ist die Gruppe der Risikoschüler: 19,3 Prozent erreichen in Mathe nicht die Mindestanforderungen, in den Naturwissenschaften sind es 22 Prozent. Spitzenleistungen erzielen in Mathe 5,2 Prozent, in den Naturwissenschaften 7,1 Prozent. „Deutschland vergeudet hier Talente“, warnen die Forscher. Die Kultusminister wollen die Leistungsspitze nun stärker fördern, kündigte der Hamburger Schulsenator und KMK-Präsident Ties Rabe an. In Singapur, das fast durchgehend führend ist, liegt die Spitzengruppe bei 35,9 Prozent.

Sie wollen wissen, was in Berlin läuft? Gönnen Sie sich an jedem Werktag 5 Minuten Lesespaß! Geben Sie hier einfach Ihre E-Mail-Adresse an, um den Newsletter ab morgen zu erhalten.

  • Berlin to go: täglicher Newsletter
  • morgens um 6 Uhr auf Ihrem Handy
  • von Chefredakteur Lorenz Maroldt
weitere Newsletter bestellen Mit freundlicher Unterstüzung von Babbel

Tagesspiegel twittert

Folgen Sie unserer Wissen und Forschen Redaktion auf Twitter:

Sascha Karberg:


Ralf Nestler:


Jana Schlütter:


Tilmann Warnecke:


Weitere Themen

Dr. Dollars Diagnose und weitere Artikel aus unserem Gesundheit-Ressort.

Gesundheit