• Internationale Lehrerstudie - ohne Deutschland: Lehrkräfte wollen mehr Anerkennung und Feedback

Internationale Lehrerstudie - ohne Deutschland : Lehrkräfte wollen mehr Anerkennung und Feedback

Rund 100 000 Lehrkräfte in 34 Ländern hat die OECD zu ihrer Motivation und ihrer Zufriedenheit befragt. Wichtigstes Ergebnis: Die allermeisten lieben ihren Job. Ob das auch in Deutschland so ist, bleibt ungewiss.

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Ein Lehrer steht mit dem Rücken zur Klasse und schreibt Matheaufgaben an die Tafel.
Außen vor. Die GEW kritisiert, dass Deutschland an Talis nicht teilnimmt, hierzulande werde mit Lehrern zu wenig gesprochen. 2009...Foto: dpa

Weltweit lieben Lehrer ihren Job, aber sie fühlen sich gesellschaftlich nicht ausreichend anerkannt und unterstützt. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten internationalen Lehrerstudie Talis der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Demnach sind in den 34 teilnehmenden Ländern, darunter etliche EU-Staaten, die USA, südamerikanische sowie asiatische Staaten, mehr als neun von zehn Lehrern zufrieden, fast acht von zehn würden den Beruf wieder wählen. Aber mehr als zwei Drittel glauben, ihnen werde gesellschaftliche Anerkennung vorenthalten. Befragt wurden 100 000 Lehrkräfte, vorrangig an Sekundarschulen (hier geht es zu den Ergebnissen).

In Deutschland wurden keine neuen Erkenntnisse erwartet

Deutschland hat wie beim 2009 veröffentlichten ersten Talis-Durchgang nicht teilgenommen, damals hatten die Kultusminister erklärt, es seien keine neuen Erkenntnisse von einer Befragung der Lehrerinnen und Lehrer zu erwarten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die vor fünf Jahren eine eigene, auf dem Talis-Fragebogen basierende Untersuchung veröffentlicht hatte, forderte erneut eine offizielle deutsche Teilnahme. „Hierzulande wird viel über Lehrkräfte geredet, aber selten mit ihnen“, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstand für den Bereich Schule, dem Tagesspiegel.

Lehrkräfte kooperieren zu wenig miteinander

Die befragten Lehrkräfte seien fast durchweg „offen für den Wandel und bereit, dazuzulernen“, sagte Andreas Schleicher, Bildungsdirektor der OECD in Paris. Defizite gebe es allerdings bei der Kooperation mit anderen: Nicht einmal die Hälfte unterrichtet im Team oder beobachtet den Unterricht von Kollegen. Und 46 Prozent beklagen, dass sie von ihrer Schulleitung keine Rückmeldung zu ihrem eigenen Unterricht erhalten.

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