Internationale Raumstation : "Discovery" liefert Toilettenpumpe

Mit einer russischen Toilettenpumpe, einem japanischen Labormodul sowie sieben Astronauten an Bord hat die US-Raumfähre "Discovery" an die Internationale Raumstation ISS angedockt. Schon am Dienstag sollen die US-Astronauten Mike Fossum und Ron Garan ihren ersten "Weltraumspaziergang" absolvieren.

DISCOVERY-ISS Foto: AFP
Das US-Space Shuttle "Discovery". -Foto: AFP

Washington""Discovery" hat an der ISS Anker geworfen", teilte ein Sprecher der US-Weltraumbehörde Nasa mit. Nach zweitägigem Flug traf der Shuttle am Abend 20.03 MESZ und damit mit rund zehnminütiger Verspätung ein. "Es war ein sehr sanftes Andocken", sagte der Sprecher. Viel Zeit zum Verschnaufen hat die Crew nicht: Bereits an diesem Dienstag ist ein erster "Weltraumspaziergang" geplant.

Toilette und Weltraumlabor

Hauptaufgabe der insgesamt zweiwöchigen Mission ist es, ein neues Modul an das japanische Weltraumlabor "Kibo" zu installieren. Es soll von den sieben Astronauten der "Discovery", darunter ein Japaner und eine Frau, an der ISS befestigt werden. Außerdem brachte der Shuttle Ersatzteile zur Reparatur der defekten Weltraumtoilette mit. Die Ersatzteile werden dringend benötigt, denn die einzige Toilette ist seit über einer Woche defekt.

Neben den Installationsarbeiten an "Kibo" und der Reparatur der Toilette erwartet die Astronauten der "Discovery" auch die Wiederherstellung eines Rotationsmechanismus an einem Sonnensegel sowie das Auswechseln eines Stickstofftankes. Für die Arbeiten sind insgesamt drei Weltraumspaziergänge geplant.

Labor in Schulbusgröße

Für die drei Astronauten an Bord der ISS, zwei Russen und ein Amerikaner, ist die Ersatzpumpe für die einzige Toilette an Bord der ISS vermutlich noch wichtiger als die Fertigstellung des Labors: Eine Panne an der Toilettenpumpe hatte dazu geführt, dass die drei ISS-Bewohner sich mit der Sanitäranlage der "Sojus"-Landekapsel behelfen müssen. Die Benutzung dieser Behelfslösung ist für die Astronauten aber "mit viel manueller Arbeit verbunden", heißt es.

Die Discovery-Mission ist schon der dritte Shuttle-Flug in diesem Jahr. Bereits im März hatte eine Raumfähre erste Bauteile des japanischen Labors "Kibo" ins All gebracht. Das Modul, das nun montiert werden soll, ist mit einer Länge von mehr als zwölf Metern und einem Durchmesser von knapp fünf Metern "etwa so groß wie ein Schulbus", teilte die NASA mit.

Im "Kibo"-Labor sind in den nächsten Jahren rund 100 Experimente geplant, etwa zur Entwicklung von Medikamenten wie hochwertigen Protein-Kristallen zur Heilung von Allergien. Zudem wollen die Japaner in dem Labor Halbleiter und andere Materialien in der Schwerelosigkeit entwickeln. Endgültig soll "Kibo" nach einer dritten Lieferung zum Jahresende fertiggestellt werden. (iba/AFP/dpa)

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