Internationales Schulnetzwerk : Deutschland soll begeistern

Die Partnerschulinitiative PASCH vernetzt weltweit Schulen, an denen Deutsch einen hohen Stellenwert hat. Außenminister Sigmar Gabriel will die Idee seines Amtsvorgängers nun ausbauen.

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2008 rief Frank-Walter Steinmeier, damals Außenminister, die Partnerschulinitiative ins Leben. Hier ist er mit Schülern der Tariq bin Ziyad Independent Secondary School for Boys in Doha bei der Verleihung einer PASCH-Plakette zu sehen. 2014 wurde sie die erste PASCH-Schule in Katar.
2008 rief Frank-Walter Steinmeier, damals Außenminister, die Partnerschulinitiative ins Leben. Hier ist er mit Schülern der Tariq...Foto: imago/photothek

Was Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik leistet, wird vor allem im Ausland wahrgenommen. Damit die Bandbreite der Projekte auch in Deutschland in den Blick gerät, veranstaltete das Auswärtige Amt im vergangenen Jahr zum ersten Mal das Forum „Menschen bewegen“ sowie die „Lange Nacht der Ideen“ in Berlin – auch um Anregungen für die weitere Arbeit zu sammeln. Am 12. Mai fand die Aktion nun zum zweiten Mal statt. Was hat sich in der Zwischenzeit getan?

Ein Projekt, das seither viel neuen Schwung bekommen hat, ist die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“, kurz PASCH. 2008 vom damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier ins Leben gerufen, vernetzt sie weltweit rund 1800 Schulen, an denen Deutsch einen hohen Stellenwert hat. Mehr als eine halbe Million Schüler auf allen Kontinenten profitieren von dem Projekt – durch Lehrerfortbildung, Unterrichtsmaterial, Stipendien und die Vernetzung mit anderen Schulen und Hochschulen.

„Mit PASCH schaffen wir die wichtigste Grundlage für die Verständigung zwischen den Völkern: Zugang zu Kultur und Bildung. Und manchmal gelingt noch viel mehr, nämlich Begeisterung zu wecken für unsere Sprache und unser Land“, sagt Außenminister Sigmar Gabriel. PASCH sei ein radikaler Wandel der deutschen Schulpolitik im Ausland. „Mit der Initiative erreichen wir jetzt auch Schülerinnen und Schüler in Weltregionen, die keinen Zugang zu einer Deutschen Schule haben.“ Die PASCH-Schüler seien kulturelle Brückenbauer zwischen ihrer Heimat und Deutschland, betont Gabriel: „Sie können uns vor nationalistischem Gruppendenken bewahren und gemeinsame Lösungen für das 21. Jahrhundert suchen helfen“. Wie dies gelingt, war beim Forum „Menschen bewegen“ im April vergangenen Jahres zu erleben, bei dem über 300 ausländische Schüler, Lehrkräfte und Vertreter von Bildungsinstitutionen aus mehr als 30 Ländern zu Gast waren. Ein Alumni-Forum mit rund 120 Ehemaligen schloss sich im November an. Für die kommenden Jahre sind weitere Begegnungen geplant.

Dass für die Alumni mittlerweile ein gemeinsames, weltweites Netzwerk eingerichtet wurde, freut auch Sigmar Gabriel, der Ende Mai gut ein Dutzend Vorstände aus deutschen Unternehmen treffen wird, die sich ebenfalls für PASCH interessieren. „Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im Bundestag wollen wir – Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – diese Initiative weiter ausbauen.“

Bis zum zehnten Geburtstag von PASCH im Jahr 2018 wird sich also noch einiges tun. Von den Aktivitäten der Initiative konnten sich im Rahmen der diesjährigen „Langen Nacht“ auch die Berliner ein Bild machen: In den Reinhardtstraßenhöfen wurden Filme aus dem Netzwerk der Partnerschulen gezeigt.

Weitere Texte zum Thema Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik finden Sie auf unserer Themenseite Menschen bewegen.

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