Internet : Ein zentrales Portal für alle Studienbewerber

Die Hochschulrektorenkonferenz will ein zentrales Onlineportal einrichten, das bundesweit die Vergabe von Studienplätzen organisieren soll.

Das „Management von Mehrfachbewerbungen“ sowie die „katastrophale Unentschiedenheit“ vieler Schulabgänger bedeuteten für Hochschulen und Bewerber einen enormen Zeit- und Kostenaufwand, sagte HRK-Präsidentin Margret Wintermantel gestern in Berlin. Nach zahlreichen Auswahlrunden und Nachrückverfahren blieben an den Unis dennoch oft Plätze frei – eine „betriebswirtschaftlich unhaltbare Verschwendung von Kapazitäten“.

Auf der Serviceseite im Internet, auf die sich die HRK-Mitglieder einigten, sollen Bewerber ein Profil anlegen. Enthalten sind darin Studienwunsch und Abiturnote, aber auch Qualifikationen wie ein Auslandspraktikum oder ein Sprachtest. Die Anforderungen, die die Unis an die Profile stellen, seien „beliebig gestaltbar“. Eine Uni könne etwa nur Bewerber zulassen, die den Studienwunsch als erste Priorität angeben und daher „besonders motiviert seien“. Die Profile würden mit den Anforderungen der Hochschulen abgeglichen. Bewerber erhielten dann von den Unis Angebote und sollten „frühzeitig einen Studienplatz auswählen“, forderte Christiane Gaehtgens, Generalsekretärin der HRK. Wer einen Platz annimmt, dürfe davon nicht zurücktreten, um ein späteres Angebot zu nutzen.

Geprüft werde derzeit, wer das neue Portal betreibt – im Rennen sind die noch bestehende ZVS und „Uni-Assist“, das die Bewerbungen ausländischer Studierender für deutsche Hochschulen bearbeitet. Das Online-Verfahren gelte der HRK als „eines der wichtigsten Projekte“, hieß es. Es müsse nun darum gehen, die Akzeptanz an deutschen Hochschulen zu sichern. Diese seien nicht verpflichtet mitzumachen. Für Wintermantel ist das System indes „nur sinnvoll, wenn es so viele Unis wie möglich nutzen“. 2008 soll die Onlinestelle erstmals für die Fächer Jura und BWL eingesetzt werden. Die vollständige Umstellung des Verfahrens könne 2009 erfolgen. Die HRK kündigte an, einen Beirat einzusetzen, der die Qualität von Studierfähigkeitstests prüfen soll. Der Beirat werde Empfehlungen für fachspezifische Eingangsprüfungen geben. tir

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