INTRAPLATTENBEBEN : Vom Menschen ausgelöst

Erschütterungen mitten in den tektonischen Platten sind selten im Vergleich zu denen an den Rändern der Kontinente. „Schaut man sich den Energiebetrag an, der bei allen Beben weltweit freigesetzt wird, so entfallen rund 80 Prozent auf den großen Erdbebengürtel um den Pazifik und nur ein Prozent auf Intraplattenbeben“, sagt Birger-Gottfried Lühr vom Deutschen Geoforschungszentrum Potsdam. Dennoch seien sie gefährlich. Oft genügt eine kleine Änderung der Spannung in der Erdkruste, um zuvor „angestaute“ Energie freizusetzen.

Weil sich die Gesteine im Vorfeld selten messbar verschieben, kommen die Erschütterungen wie aus dem Nichts. Dadurch ist eine Gefährdungsabschätzung noch komplizierter als in den bekannten Bebenregionen an den Plattenrändern. Intraplattenbeben können sogar durch Massenänderungen in einem Tagebau ausgelöst werden, berichtet Lühr. Aber auch Bergbau untertage und das Anlegen großer Stauseen kann Erschütterungen hervorrufen.nes

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