Islamische Theologie als Studienfach : Berliner Islamzentrum ab 2018

Wenn alles gut geht, sollen ab Herbst 2018 Seelsorger und Religionslehrkräfte an einem Berliner Institut für Islamische Theologie ausgebildet werden. An welcher Uni, steht offiziell noch nicht fest.

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Ein Imam steht auf einer Empore und predigt, unten im Bild betende Männer.
Großer Bedarf. Am Berliner Islam-Zentrum sollen auch Imame ausgebildet werden. Im Bild eine Moschee in der Berliner...Foto: Mike Wolff

In zweieinhalb Jahren soll Berlin ein Institut für Islamische Theologie bekommen. Nicht ab dem Wintersemester 2017/18, wie zunächst angekündigt, sondern im Herbst 2018 soll das Berliner „Islam-Zentrum“ Seelsorger, Islam-Lehrkräfte für die Schulen, Gemeindepersonal und wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilden. Das geht aus einem Eckpunkte-Papier hervor, auf das sich die Wissenschaftsverwaltung, beteiligte Hochschulen und Islam-Verbände geeinigt haben.

Der Senat will "das gute Miteinander" unterstützen

Neben anderen Glaubensbekenntnissen solle künftig auch der Islam mit einem theologisch-wissenschaftlichen Studium an einer Berliner Universität etabliert werden, um „das gute Miteinander von Menschen unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit und deren Wertschätzung in der Zivilgesellschaft“ zu unterstützen, heißt es in dem Papier.

Offiziell kommen weiterhin zwei große Berliner Universitäten aufgrund ihres Fächerspektrums als Hauptstandort infrage, die Humboldt-Universität und die Freie Universität. Wie berichtet soll aber das Interesse an der HU, die bereits über eine Theologische Fakultät verfügt, größer sein als an der FU, an der die nicht bekenntnisgebundene Islamwissenschaft stark ist.

Vier Professuren und zunächst zwei Studiengänge

Starten soll das Institut mit vier Professuren, eine davon als Juniorprofessur. Die Studiengänge sollen voraussichtlich sukzessive aufgebaut werden, beginnen will man mit einem Bachelorstudiengang „Islamische Theologie“ und einem Kombibachelor mit Lehramtsoption. Sind die ersten Absolventen in Sicht, folgen entsprechende Masterstudiengänge. Prüfen will man unter anderem auch, ob auch ein Master „Islam und Gesellschaft“ angeboten wird, der an andere geistes-, sozial- und erziehungswissenschaftliche Studiengänge anschließt.

Staatssekretär Krach hofft weiter auf Geld vom BMBF

Vorbilder der Neugründung sind die vier Islam-Zentren, die seit 2011/12 an fünf beteiligten Universitäten mit massiver finanzieller Unterstützung des Bundes gegründet wurden. Die Frage, ob ein zusätzliches Zentrum in Berlin mit einer Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung rechnen könnte, hat das BMBF wie berichtet schon dezidiert verneint. Staatssekretär Steffen Krach (SPD) vertritt aber weiterhin die Auffassung, „dass dabei noch nicht das letzte Wort gesprochen sein muss“, wie ein Sprecher jetzt auf Anfrage mitteilte. Schließlich seien die bestehenden Zentren positiv evaluiert worden, der Bedarf an universitärer islamischer Theologie sei „mit Sicherheit auch weiter gestiegen“. Zudem werde „parteienübergreifend die Notwendigkeit eines Ausbaus diskutiert“.

An der Finanzierung soll das Berliner Vorhaben aber nicht scheitern. Notfalls will der Senat das Zentrum aus eigener Kraft stemmen.

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