Wissen : IW wirbt für Uni-Gebühren

Protest. Das Institut der Deutschen Wirtschaft betont Erfolge der Gebühren. Foto: ddp
Protest. Das Institut der Deutschen Wirtschaft betont Erfolge der Gebühren. Foto: ddpFoto: ddp

Das unternehmernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) spricht sich gegen die Abschaffung von Studiengebühren in den Bundesländern aus. Die Beteiligung von Studierenden an den Kosten ihrer Ausbildung sei „nicht nur fair, sondern angesichts der klammen öffentlichen Kassen notwendiger denn je“, heißt es in einer Mitteilung. So hätten Nordrhein-Westfalens Hochschulen 2008 fast 278 Millionen Euro eingenommen, was sieben Prozent des Hochschulbudgets des Landes entspreche. In Hamburg habe der Anteil sogar acht Prozent betragen. Bundesweit seien 2008 insgesamt 870 Millionen Euro Studiengebühren gezahlt worden.

Die ersten Verbesserungen in Betreuung und Ausstattung seien bereits spürbar, erklärt das IW unter Berufung auf eine Erhebung des Hochschulinformationssystems (HIS) aus dem Jahr 2008. Demnach sagten in den Ländern mit Gebühren 35 Prozent der Studierenden, die Ausstattung und Raumsituation habe sich zuletzt verbessert. In den Ländern ohne Gebühren sagten das 28 Prozent. In der Beratung sehen 23 Prozent der Studierenden in gebührenpflichtigen Hochschulen eine Verbesserung gegenüber 16 Prozent in den anderen Ländern. Allerdings bleibt die Zahl derjenigen, die keine Veränderungen oder sogar Verschlechterungen wahrnehmen der HIS-Befragung nach auch in gebührenpflichtigen Ländern hoch. Und wenn es um die Senkung der Teilnehmerzahlen in den Seminaren geht, sieht ein gleich großer Anteil von zahlenden und nicht zahlenden Studierenden Verbesserungen (23 und 24 Prozent). Das IW führt dies darauf zurück, dass in den ostdeutschen Ländern, die alle keine Gebühren verlangen, die Betreuungsrelation immer besser war als im Westen.

Aus Sicht des IW verschaffen Gebühren den Studierenden mehr Einflussmöglichkeiten. So habe die Uni Bochum für Jura-Studierende einen Gerichtssaal eingerichtet, in dem Verhandlungen simuliert werden könnten. Einem dutzend unzufriedener Lateinstudierender, die sich über die Verschlechterung der Lernbedingungen beschwert hatten, müsse die Uni wohl 250 bis 1500 Euro erstatten. akü

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