Wissen : Jena bewirbt sich als Sitz des EIT

Die Bundesregierung will sich mit Jena als Standort für den Verwaltungssitz des Europäischen Technologieinstituts EIT bewerben. In Jena gebe es eine „einzigartige Forschungskultur“, mit seiner „besonderen Brückenfunktion zwischen den neuen und alten Mitgliedsstaaten der EU“ habe die Stadt „alle Voraussetzungen“ für den Sitz des EIT-Verwaltungsrates, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) dem Tagesspiegel. Am EIT-Verwaltungssitz sollen 60 Mitarbeiter eingestellt werden, die EU finanziert den Sitz bis 2013 mit 15 Millionen Euro. Konkurrenten von Jena sind Breslau, Budapest, Sant Cugat del Valles bei Barcelona sowie ein gemeinsamer Standort Wien/Bratislava.

Die Bewerbung der Bundesregierung kommt kurz vor Toresschluss: Die Entscheidung über den Verwaltungssitz soll bereits am 30. Mai fallen. Am heutigen Donnerstag will Schavan die deutsche Bewerbung in Brüssel präsentieren. Aus dem Ministerium hieß es, man rechne sich „eindeutig“ eine Chance für Jena aus – auch gegenüber Budapest und Breslau, die als Favoriten gehandelt werden, weil sie aus den noch relativ neuen osteuropäischen Mitgliedsstaaten kommen. Das EIT – die Abkürzung steht für „European Institute of Innovation and Technology“ – soll für bestimmte Themen wie Erneuerbare Energien als Netzwerk bestehender Unis und Institute fungieren. An den Hochschulen und Instituten wird dezentral die eigentliche Forschung stattfinden. Bis 2013 will die EU dafür insgesamt 308 Millionen Euro ausgeben. Die ursprüngliche Idee, das EIT als neues Spitzeninstitut mit Forschung und Verwaltung an einem Ort zu konzentrieren und so eine Konkurrenz zum amerikanischen MIT zu schaffen, war unter den EU-Mitgliedsstaaten nicht durchsetzbar. tiw

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