Wissen : JPL DER NASA]Cheops-Boot wird geborgen

Archäologen in Giza rechnen mit fünf Jahren Arbeit

JPL DER NASA]Neben der Cheops-Pyramide in Giza haben Archäologen mit der Bergung eines mehr als 4500 Jahre alten Schiffes begonnen. Das ägyptisch-japanische Team hat sich ein großes antikes Puzzle vorgenommen. Denn das Schiff war, bevor es um das Jahr 2580 v. Chr. neben der letzten Ruhestätte des ägyptischen Pharao Cheops in den Boden gelassen worden war, komplett in seine Einzelteile zerlegt worden.

Die Forscher wissen ziemlich genau, was für eine Fleißarbeit sie erwartet. Denn ein weiteres Schiff – dem damaligen Glauben nach für den Gebrauch im Jenseits – hatten Archäologen bereits 1954 aus dem Boden geholt. Es war ebenfalls an der Südseite der Pyramide vergraben worden und in mehr als 1200 Teile zerlegt gewesen. Heute ist das in mühsamer Kleinstarbeit zusammengebaute Schiff, im sogenannten Bootsmuseum neben der Pyramide zu besichtigen. Es ist 43,30 Meter lang.

Für die Bergung und Rekonstruktion der neuen Barke wurden jetzt fünf Jahre veranschlagt. Sie soll später in einem eigenen Gebäude gezeigt werden. In der neu geöffneten Bootsgrube fanden die Archäologen, die zunächst mehrere Deckensteine abgehoben haben, den Namen von Pharao Djedefre eingraviert.

Djedefre war ein Sohn des Cheops. Er war für die Beerdigung des Königs verantwortlich gewesen, dessen Nachfolge er antrat. Djedefre selbst ließ sich eine Pyramide in dem wenige Kilometer nördlich von Giza gelegenen Bezirk Abu Rawasch bauen. Doch er starb nach nur acht Jahren Herrschaft, weshalb seine Pyramide nicht vollendet wurde. Sein Bruder Chefren, der nach dem Tod von Djedefre die Macht übernahm, kehrte mit seiner Grabstätte nach Giza zurück. Die in seiner Herrschaftszeit erbaute Chefren-Pyramide ist nach der Cheops-Pyramide die zweitgrößte unter den Pyramiden von Giza.

In den Ruinen der ägyptischen Stadt Tanis haben französische Archäologen unterdessen eine Fülle kunstvoller Reliefe aus der Pharaonenzeit freigelegt. Viele der Darstellungen stammten aus der Herrschaftszeit von König Osorkon II. (etwa 874–850 v.Chr.), berichtete die Altertümerverwaltung in Kairo am Montag. Um die teilweise farbigen und in Stein gemeißelten Bilder aus der 22. Dynastie zurück ans Tageslicht zu holen, wurden den Angaben zufolge bislang 120 von insgesamt rund 1200 Steinfragmenten freigelegt und gesäubert. Auf 78 dieser großen Fragmente fanden sich Darstellungen von Königen und religiösen Motiven.

Die Steinquader seien einst für die Umfassung eines heiligen Sees verwendet worden, hieß es. Die Erbauer der Residenzstadt Tanis im Nildelta, die in der Bibel unter dem Namen Zoan erwähnt wird, hatten für ihre Bauten vielfach ältere Gebäude als Steinbruch verwendet. dpa

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