Wissen : Junge Grenzgänger in der Wissenschaft

Die Volkswagen-Stiftung fördert vier Nachwuchsgruppen an der TU

Luise Gunga

Der junge Chemiker Robert Berger erhält von der Volkswagen-Stiftung knapp eine Million Euro, um sich fünf Jahre lang fundamentalen Fragen zum Aufbau der Materie zu widmen. Er erforscht chemische Verbindungen, die gleichsam der linken und der rechten Hand nicht mit ihrem Spiegelbild identisch sind. Sie werden als händig oder chiral bezeichnet. Nach der gültigen Theorie sollte zwischen Bild und Spiegelbild einer chiralen Verbindung ein so genannter paritätsverletzender Energieunterschied bestehen. Danach wird seit vierzig Jahren gefahndet – bisher erfolglos. Ein Ziel von Bergers Forschergruppe ist es, solche paritätsverletzenden Effekte zu untersuchen.

Eine andere Nachwuchsgruppe der Stiftung widmet sich der Zeit. Die Zuweisung von Zeit zu Tätigkeiten, die so genannte Zeitverwendung, hängt unter anderem von den Fähigkeiten und Zielen einer Person ab. Diese können jedoch nicht immer umgesetzt werden, weil sie sich zum Teil widersprechen, aber auch, weil andere Personen oder Gruppen entgegengesetzte Interessen haben. Hier setzt die Forschergruppe Germ an, die seit 1999 von der Volkswagen-Stiftung gefördert wird. Ihre Leiterin ist die Arbeitspsychologin Petra Klumb. Eine Längsschnittstudie mit berufstätigen Elternpaaren ist beispielsweise der Frage gewidmet, auf welche Weise Zeitverwendung und Befinden einer Person innerhalb eines Lebensbereichs sich auf andere Lebensbereiche und auf andere Personen auswirken.

Die Nachwuchsforschergruppe „Bedienermodelle in dynamischen Mensch-Maschine-Systemen“ forscht seit Oktober 2000 an Modellen menschlichen Handelns mit dem Ziel, sie bei der Gestaltung und der Bewertung komplexer Systeme einzusetzen. Das Team beschäftigt sich mit menschlichem Versagen bei Unfällen in komplexen Systemen. Menschliches Handeln lässt sich nur schwer simulieren.

Eine Gruppe zur mathematischen Musiktheorie hat bereits fünf Jahre an der TU Berlin geforscht. Sie schloss im Oktober ihre Arbeit ab. Das Thema „Computergestützte Repräsentation, Analyse und Vermittlung musikalischer und musiktheoretischer Strukturen“ zielte auf die Verbindung von Mathematik und Musikanalyse.

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