Wissen : „Juno“ fliegt auf Jupiter

Die Sonde soll herausfinden, ob der Gasplanet einen festen Kern hat

Lange Reise. Der Flug zu dem Gasplaneten dauert fünf Jahre. Foto: Nasa
Lange Reise. Der Flug zu dem Gasplaneten dauert fünf Jahre. Foto: Nasa

Der Countdown läuft. Heute Abend um 17.34 Uhr (MESZ) startet die amerikanische Raumsonde „Juno“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Ziel der umgerechnet 770 Millionen Euro teuren Mission ist Jupiter, der größte und älteste Planet unseres Sonnensystems. Nach einer mehr als 600 Millionen Kilometer langen Reise soll die Sonde im Sommer 2016 ihr Ziel erreichen. Auf einer polaren Umlaufbahn soll Juno sich dem 140 000 Kilometer großen Riesenplaneten bis auf 5000 Kilometer nähern. So nah ist dem Planeten, der vorrangig aus Wasserstoff und Helium besteht, noch kein anderes Raumfahrzeug gekommen. Juno wird den Riesen ein Jahr lang umkreisen und soll dabei unter anderem herausfinden, ob Jupiter einen festen Kern besitzt.

Nach ihrem Start an Bord einer „Atlas“-Rakete wird Juno zunächst auf eine elliptische Bahn durch das innere Sonnensystem gebracht, die bis über die Umlaufbahn des Planeten Mars hinausführt. Eine Kurskorrektur im September 2012 lenkt die Sonde dann zurück in Richtung Erde. In einem sogenannten Swing-by-Manöver holt Juno im Oktober 2013 im Schwerefeld der Erde noch einmal richtig Schwung für den endgültigen Weiterflug zum Jupiter. Am 3. August 2016, so der aktuelle Flugplan, erreicht die Sonde dann ihr Ziel und schwenkt in eine Umlaufbahn um den Königsplaneten ein.

Mit insgesamt sieben Instrumenten soll Juno den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung des größten Planeten unseres Sonnensystems liefern. Nach heutigen Modellvorstellungen hat sich bei ihm zunächst ein felsiger Kern gebildet, der dann mit seiner Gravitation das Gas aus seiner Umgebung anziehen konnte. Mit einer genauen Vermessung des heutigen Schwerefelds könnte es gelingen, einen felsigen Kern im Inneren des Planeten nachzuweisen. Außerdem soll Juno das Magnetfeld Jupiters vermessen, die chemische Zusammensetzung tiefer gelegener Atmosphärenschichten analysieren und die Polarlichter des Planeten beobachten.

Am Ende der Mission, nach 33 Umrundungen, soll Juno in gezielt in den Planten stürzen. kay/dpa

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