Katholische Fachhochschule : Kirchliche Klagen

Die beiden kirchlichen Hochschulen in Berlin, die unter anderem Erzieher und Sozialarbeiter ausbilden, wehren sich gegen Mittelkürzungen. Sie wollen beim Aufbau von Studienplätzen weiterhin so gefördert werden, wie die staatlichen Hochschulen.

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Die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) wehrt sich gegen Mittelkürzungen des Senats. Weil eine Förderung für 40 zusätzliche Studienanfängerplätze aus dem Masterplan „Wissen schafft Berlins Zukunft“ ausgelaufen ist, müssten diese Plätze gestrichen werden, erklärt die KHSB. Betroffen seien die Studiengänge Soziale Arbeit, Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik sowie Bildung und Erziehung. Die Kürzung treffe Studienfächer, in denen wegen der politisch gewollten Akademisierung von Erziehungsberufen und der Inklusion von Kindern mit Behinderungen in allgemeinbildende Schulen schon heute ein Fachkräftemangel herrscht.

Hintergrund der Streichung von Studienplätzen ist, dass die kirchlichen Hochschulen in Berlin zwar in die Ausbildungsoffensive des Masterplans von 2008 für den Aufbau von Studienplätzen einbezogen wurden, nicht aber in die jetzt neu aufgelegte Qualitätsoffensive für die Lehre. Nicht beteiligt sind sie auch an dem von Bund und Ländern finanzierten Hochschulpakt 2020, in dessen erster Phase sie aber noch gefördert wurden.

Es sei absurd, dass der Senat zusätzliche Studienplätze aufbaue, sie dann aber trotz steigender Studierendenzahlen und des Bedarfs gerade an Erziehern und Sonderpädagogen nicht dauerhaft weiterfinanziere, sagte KHSB-Rektorin Monika Treber dem Tagesspiegel. Von Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) fordert Treber analog zu den Hochschulverträgen für die staatlichen Hochschulen in Berlin eine Regelung, „die den Ausbau der Studienplätze dauerhaft erhält“.

Gemeinsam mit der Leitung der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) hat Treber Ende August ein Gespräch bei Scheeres. An der EHB ist die Lage allerdings etwas entspannter. Dort wurden aus dem 2008 gestarteten Masterplan 40 Studienanfängerplätze im Fach Elementare Pädagogik für künftige Erzieher und Erzieherinnen in Kitas aufgebaut. Die Senatsverwaltung habe die Finanzierung für dieses Jahr zugesagt, sagt EHB-Prorektorin Petra Völkel. Die gewünschte Planungssicherheit habe aber auch ihre Hochschule nicht. Zudem laufe die Landesförderung für 30 Studienplätze im Studiengang Soziale Arbeit aus, die aus dem Masterplan finanziert wurden. Dort müsse man im kommenden Jahr auf die ursprüngliche Zahl von 100 Studienplätzen zurückgehen.

Aus dem Hochschulpakt seien die kirchlichen Hochschulen „ohne Begründung“ herausgefallen. Sie hätten lediglich erfahren, dass die neuen Vereinbarungen nur für staatliche Hochschulen gelten. Die Benachteiligung der kirchlichen sei nicht nachzuvollziehen, sagt Völkel. Die Studienplätze würden ohne Rücksicht auf die Konfession der Studierenden vergeben und Absolventen kämen keineswegs nur in kirchlichen Einrichtungen unter, sondern stellten in Berlin die Hälfte des akademischen Nachwuchses im sozialen und gesundheitlichen Bereich. Die andere Hälfte kommt von der staatlichen Alice Salomon Hochschule.

Die Senatsverwaltung bestätigte auf Anfrage, dass sich die neue Qualitätsoffensive für die Lehre nur an die staatlichen Hochschulen richtet. Mit zusätzlich 40 Millionen Euro für die Jahre 2012 bis 2016 könnten sie die Lehre stärken, heißt es. „Schließlich leisten die staatlichen Hochschulen beim Aufbau der Studienplätze in Berlin auch den Löwenanteil“, erklärte Verwaltungssprecher Thorsten Metter.

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