Kernkraftwerk Rheinsberg : Der Besen des Stechlin

Es war alles andere als eine gute Idee, am Stechlinsee ein Kernkraftwerk zu betreiben. Doch die Veränderungen im See hat die Anlage nicht ausgelöst.

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Das Kernkraftwerk Rheinsberg entnahm Kühlwasser aus dem Nehmitzsee und leitete es in den Stechlin.
Das Kernkraftwerk Rheinsberg entnahm Kühlwasser aus dem Nehmitzsee und leitete es in den Stechlin.Foto: Thilo Rückeis/Tsp

Die Phosphatwerte am Stechlin steigen, aber das 1990 stillgelegte Kernkraftwerk Rheinsberg ist dafür nicht die Ursache – im Gegenteil. Der Kühlwasserkreislauf des KKW, der Wasser aus dem benachbarten Nehmitzsee entnahm, in den Stechlin leitete und von dort zurück in den Nehmitzsee führte, hatte einen gewissen positiven Effekt, sagt IGB-Forscher Peter Kasprzak. „Das Wasser wurde dadurch alle 300 Tage einmal ausgetauscht.“ Solange der „Besen“ des KKW durch den Stechlin gefahren sei, habe die Selbstreinigung besser funktioniert. Heute bleibe jeder Tropfen Wasser etwa 40 Jahre im Stechlin und damit auch alles, was durch Algenwachstum produziert wird. Es sinkt ab, vergeht und führt zu erhöhter Sauerstoffzehrung und Phosphatrücklösung aus dem Seeboden. Trotzdem, betont Kasprzak: Das KKW hätte am Stechlin nie gebaut werden dürfen, weil es die Hydrologie des Sees drastisch verändert hat.

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