• „Kitas sind pädagogisch Mittelmaß“ Studie fordert bessere Ausbildung der Erzieher

Wissen : „Kitas sind pädagogisch Mittelmaß“ Studie fordert bessere Ausbildung der Erzieher

Deutschlands Kindergärten sind nach Einschätzung des Aktionsrats Bildung pädagogisch nur mittelmäßig. Die Wissenschaftler mahnen in ihrem neuen Jahresgutachten dringend eine gemeinsame Anstrengung von Bund und Ländern an, um die Ausbildung des Personals zu verbessern – und es besser zu bezahlen als bisher. Bis 2020 sollte an jeder Kindertageseinrichtung mindestens eine Fachkraft mit Hochschulstudium tätig sein. „Dazu müssten die bestehenden Ausbildungskapazitäten verdoppelt bis verdreifacht werden“, heißt es in dem Gutachten, das an diesem Dienstag veröffentlicht wird. Die Bezahlung studierter Frühpädagogen solle auf das Niveau vergleichbarer Studienabschlüsse angehoben werden. Der Aktionsrat Bildung ist ein Gremium von Bildungsforschern, das von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft getragen wird. Vorsitzender ist Dieter Lenzen, Präsident der Uni Hamburg.

Der gegenwärtige Ausbau der Kinderbetreuung müsste mit Maßnahmen „zur Sicherstellung und Verbesserung der Qualität“ begleitet werden, fordern die Bildungsforscher. Die pädagogische Förderqualität sei gegenwärtig „häufig nur mittelmäßig“. Deswegen schlägt der Aktionsrat ein bundesweites Programm zur „Professionalisierung“ des Fachpersonals vor: Familien- und Kultusministerkonferenz sollten in diesem und im nächsten Jahr ein gemeinsames Gesamtkonzept zur Aus- und Weiterbildung entwickeln. Unter anderem soll Weiterbildung zur Pflicht für das Personal werden. Der Aktionsrat plädiert außerdem dafür, die Hochschulstudiengänge im Bereich Frühpädagogik deutschlandweit zu vereinheitlichen. Für bereits im Beruf tätige Erzieherinnen und Erzieher sollten berufsbegleitende Studiengänge ausgebaut werden.

Die Wissenschaftler schlagen vor, ab 2017 auf die Neuanstellung niedrig qualifizierter Kinderpflegerinnen und Sozialassistentinnen in Kindergärten zu verzichten. An den Hochschulen müssten dringend neue Professorenstellen für Frühpädagogik geschaffen werden. dpa

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