Wissen : Klimawandel bedroht Leben im Meer

Für Meeresbewohner könnte der Klimawandel besonders gefährlich werden. Das lassen Berechnungen einer internationalen Forschergruppe vermuten. Demnach steigen die Temperaturen in den Weltmeeren zwar langsamer als an Land. Da in den Ozeanen aber vergleichsweise stete Bedingungen herrschen, können schon geringe Temperaturänderungen große Auswirkungen haben.

Die Forscher, unter ihnen auch Wolfgang Kiessling vom Berliner Museum für Naturkunde, analysierten globale Temperaturdaten aus dem Zeitraum 1960 bis 2009. An Land sind die Temperaturen demnach im Mittel um 0,24 Grad Celsius pro Jahrzehnt gestiegen – mehr als dreimal so rasch wie in den Meeren mit einem Anstieg um 0,07 Grad Celsius pro Dekade. Misst man diese Veränderungen an den Verhältnissen vor Ort, ergibt sich jedoch ein anderes Bild, berichten die Forscher im Magazin „Science“.

Die Wissenschaftler dividierten für jeden Punkt ihres globalen Datengitters die beobachtete Rate der Temperaturveränderung durch den Wert des geografischen Temperaturgefälles – und erhielten so einen rechnerischen Wert für die Geschwindigkeit, mit der sich die örtliche „Klimazone“ verschiebt. Für Land und Meer ergaben sich sehr ähnliche Werte um 27 Kilometer pro Jahrzehnt. Für das Nordpolarmeer und die tropischen Meere lagen die Werte allerdings bis zu siebenmal höher als an Land. „Das Meeresleben muss auf diesen Klimawandel durch Anpassung oder Abwanderung reagieren“, erläutert Kiessling. Falls sich die Meeresbewohner nicht schnell genug anpassen könnten, sei ein verstärktes Artensterben in den Meeren zu befürchten. wsa

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