Konferenz in Washington : „Bei Aids kehrt Hoffnung zurück“

Beim Kampf gegen den HIV-Erreger sieht der Direktor des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, Christoph Benn, Anlass für vorsichtigen Optimismus.

Aids-Marsch. Seit 22 Jahren tagt die Konferenz erstmals wieder in den USA. Foto: AFP Foto: dapd
Aids-Marsch. Seit 22 Jahren tagt die Konferenz erstmals wieder in den USA. Foto: AFPFoto: dapd

Acht Millionen Infizierte könnten derzeit dank neuer Medikamente ein normales Leben führen, sagte Benn am Montag im Deutschlandfunk. Die Betroffenen „können ihrer Arbeit nachgehen, können ihre Familien versorgen, es ist Hoffnung zurückgekehrt in diese Gemeinschaften“.

Nun sei die Frage, ob Aids durch den medizinischen Fortschritt zu einer chronischen Krankheit werden könne, „die keine wirkliche Bedrohung mehr für die Welt darstellt“. Der Arzt ist einer von 20 000 Teilnehmern auf der 19. Welt-Aids-Konferenz, die seit Sonntag in Washington stattfindet. Als Redner sind unter anderem die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, Weltbankpräsident Jim Yong Kim und US-Außenministerin Hillary Clinton geladen. Die Konferenz wird das erste Mal seit 22 Jahren in den Vereinigten Staaten abgehalten. Derzeit leben weltweit rund 34 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger; 2,7 Millionen Menschen infizieren sich jedes Jahr neu.

Die Behandlung sei immer billiger geworden, sagt Benn. Positiv bewertet Benn auch die Bemühungen in vielen afrikanischen Ländern im Kampf gegen die Seuche. Dort gebe es den politischen Willen, in eigene Gesundheitsprogramme zu investieren. Benn mahnte aber, die Fortschritte in der Aids-Behandlung dürften nicht zu Sorglosigkeit führen. Regionen wie Osteuropa und Zentralasien und auch Gebiete in den USA hätten hohe Zuwachsraten bei der Ansteckung, weil zu wenig auf die Vorbeugung geachtet werde.

Unterdessen warnen Forscher vor einer wachsenden Resistenz von HI-Viren gegen Aids-Medikamente in mehreren Regionen Afrikas. Laut einer Studie, die „The Lancet“ am Montag veröffentliche, breiteten sich in den vergangenen acht Jahren Viren aus, die gegen bestimmte Aids-Arzneien resistent sind. Im Osten Afrikas war davon zuletzt jeder 14. unbehandelte Infizierte betroffen. Auch in Regionen im Westen, Süden und in Zentralafrika seien ähnliche Tendenzen zu verzeichnen. Die Ergebnisse der Studie basieren auf Untersuchungen mit 26 000 HIV-positiven Patienten. (KNA)

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