Wissen : Kräftemessen auf dem Laufband: Zweibeiner rennen energiesparender

Die Vorfahren des Menschen haben den aufrechten Gang vor allem deswegen entwickelt, weil sie sich damit energiesparender fortbewegen konnten als auf vier Beinen. Wie Autoren um Michael Sockol (Universität von Kalifornien in Davis) im Magazin „Pnas“ berichten, benötigen Menschen für die Fortbewegung nur ein Viertel der Energie, die Schimpansen aufwenden müssen.

In ihrer Studie ließen die Forscher fünf Schimpansen auf allen vieren oder auf den Hinterbeinen auf einem Laufband gehen. Dabei bestimmten sie die Muskelaktivität, den Sauerstoffverbrauch, die auf den Boden wirkende Kraft und die Zeit, die die Füße der Tiere den Boden berührten. Diese Werte verglichen sie mit dem aufrechten Gang von Menschen. Im Schnitt verbrauchten diese 75 Prozent weniger Energie als die Schimpansen – egal, ob die Affen auf zwei oder auf vier Beinen gingen. Der Energieverbrauch hängt den Forschern zufolge hauptsächlich von Schrittlänge und Muskelmasse ab. Je kürzer die Schritte waren und je mehr Muskelmasse das Gehen erforderte, desto energieaufwendiger war es. Dem Menschen kommen vor allem seine langen Beine und sein günstiger Schwerpunkt zugute. Dieser liegt genau über Hüfte und Knie, so dass hauptsächlich die kurzen Muskeln an den Knöcheln beim Gehen benötigt werden. Der Schimpanse mit seinem vor der Hüfte liegenden Schwerpunkt muss dagegen die großen Oberschenkelmuskeln aktivieren und verbraucht so mehr Energie. ddp

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