Krank im Studium : Der Druck auf Studenten wächst

Nach einer aktuellen Studie der Techniker Krankenkasse sind viele Studenten so gestresst, dass sie sich in psychologische Behandlung begeben.

von
Unter Druck. Besonders Studienanfänger sind dem Stress im Studium oft nicht gewachsen. Foto: dpa
Unter Druck. Besonders Studienanfänger sind dem Stress im Studium oft nicht gewachsen.Foto: dpa

In Deutschland leidet jeder fünfte angehende Akademiker unter psychischen Problemen. Laut „Gesundheitsreport 2015“, den die Techniker Krankenkasse am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat, sind 30 Prozent aller Studentinnen davon betroffen, bei den männlichen Kommilitonen sind es 15 Prozent. Für die Studie hatte die Krankenkasse die Rezept- und Diagnosedaten von rund 190000 Studierenden zwischen 20 und 34 Jahren analysiert und zusätzlich 1000 ausgewählte studentische Versicherte zu ihren Lebensgewohnheiten befragt.

Besonders das erste Studienjahr setzt Jungakademiker unter Druck

Jeder Vierte gab in der Umfrage an, dem Stress an der Uni schon mindestens einmal nicht gewachsen zu sein. „Knapp die Hälfte von ihnen hat deshalb professionelle Hilfe in Anspruch genommen“, sagte TK-Chef Jens Baas. „In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ambulante Therapien oder Beratungsangebote an der Hochschule. Aber immerhin sechs Prozent gaben an, bereits stationär behandelt worden zu sein.“ Als besonders belastend empfänden die Studierenden dabei Stresssituationen im ersten Studienjahr, Prüfungen sowie Abgabetermine für Arbeiten.

Mit steigendem Alter sinkt die Stressresistenz

Baas zufolge haben Studierende dem Druck mit steigendem Alter immer weniger entgegenzusetzen. „Ab 30 können sie mit Belastungen schwerer umgehen.“ In diesem Alter seien entscheidende Prüfungen, Fragen der Studienfinanzierung oder Kinder wesentliche Stressfaktoren. Seit einer Analyse der Kasse aus dem Jahr 2009 habe der Anteil der Studierenden, die mindestens einmal im Jahr eine psychische Diagnose erhielten, um gut 4,3 Prozent zugenommen. Der Anteil derer, die mindestens einmal ein Arzneimittelrezept zur Behandlung von Depressionen bekamen, liege 53 Prozent höher als 2006. Seitdem stieg auch das gesamte Arzneivolumen für Studierende um gut 50 Prozent.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben