Wissen : Kritik an „Odyssee“ der Hauptschüler

Jeder zweite Hauptschüler hat 13 Monate nach Schulende immer noch keinen Ausbildungsplatz. Dies geht laut Nachrichtenagentur dpa aus dem neuen Bildungsbericht von Bund und Ländern hervor, der am Donnerstag während der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin vorgestellt werden soll. Anders als Schüler mit mittlerer Reife muss der überwiegende Teil der Hauptschüler – mit oder ohne Abschluss – nach Ende der Pflichtschulzeit zunächst eine „Odyssee“ verschiedener Nachqualifizierungs- und Überbrückungsmaßnahmen durchlaufen, deren „Effektivität und Effizienz“ die Wissenschaftler angesichts hoher Kosten für die Bundesagentur für Arbeit und für den Bund anzweifeln. Denn auch 30 Monate nach Schulende seien immer noch 40 Prozent der Hauptschüler nicht in eine qualifizierte Ausbildung vermittelt. Besonders groß sind die Probleme für junge Männer ohne Hauptschulabschluss oder mit schlechten Noten sowie für Migrantenkinder.

Der Bildungsbericht bescheinigt dem deutschen Bildungssystem in vielen Bereichen zwar spürbare Verbesserungen. Jedoch werden von den Autoren entschieden weitere Reformen angemahnt. So nehme die „Risikolage“ vieler Kinder zu. Mit wachsender Kinderarmut verschärfe sich das im deutschen Bildungssystem ohnehin vorhandene Problem der fehlenden Chancengleichheit. Positiv bewertet wird, dass die Nutzung frühkindlicher Bildung deutlich zugenommen habe. Hingegen gebe es immer noch viel zu wenig Studierende.dpa

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