Wissen : Länder konkurrieren um neue Jüdische Fakultät

Für die Zukunft der jüdischen Theologie an deutschen Hochschulen gibt es weiter unterschiedliche Konzepte. So plant die Uni Potsdam unter anderem mit dem Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg ein zum Rabbinerberuf führendes Masterprogramm. Die ersten Studierenden können voraussichtlich im Sommersemester 2013 beginnen, heißt es. An der Uni werden bereits seit zehn Jahren Rabbiner und Kantoren am Institut für Jüdische Studien religionswissenschaftlich ausgebildet. Ihre praktische Ausbildung absolvieren sie am Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg, das der Uni angegliedert ist.

Eine jüdisch-theologische Fakultät gibt es an einer staatlichen deutschen Uni bislang nicht. Jetzt strebt das Geiger-Kolleg eine solche Fakultät an. Verhandlungen des Kollegs mit der Uni Potsdam kamen bislang zu keinem abschließenden Ergebnis. Gespräche gab es außerdem mit Erlangen-Nürnberg und neuerdings mit Thüringen. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht erklärte unlängst, bereits im Januar solle der Auftrag zur Gründung einer solchen Fakultät in Erfurt erteilt werden. Der Rektor des Geiger-Kollegs, Walter Homolka, sagte den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“, er empfinde die Ankündigung Thüringens „nach zwei Jahren zähester Verhandlungen in Brandenburg“ als „ungemein wohltuend“.

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst zeigte sich verwundert über die parallelen Verhandlungen. Homolka habe ihr nicht signalisiert, dass es ihm zu langsam voranginge. In Brandenburg ist noch ungeklärt, woher das Geld für die Fakultät kommen soll. Kunst kündigte an, sie wolle die veranschlagte Summe von 1,5 Millionen Euro jetzt als „Mehrbedarf“ für ihr Ressort bei den Verhandlungen für den Haushalt 2013/14 anmelden. Eine Entscheidung über die Fakultät solle dieses Jahr fallen. KNA/Tsp

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