Legalisierung : Cannabis auf Rezept

Zum ersten Mal erteilt die Bundesopiumstelle einer Frau die Erlaubnis, ihre Schmerzen mit Cannabis bekämpfen zu dürfen.

Zum ersten Mal darf eine Multiple-Sklerose-Patientin in Deutschland Cannabis in der Apotheke kaufen. Eineinhalb Jahre, nachdem sich die vor 14 Jahren erkrankte Frau mit einem entsprechenden Antrag an die Bundesopiumstelle gewandt hatte, erteilte die Behörde ihr einen positiven Bescheid, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Bis Mai 2005 hatte das Amt solche Anfragen pauschal abgelehnt, dann ordnete das Bundesverwaltungsgericht die Prüfung jedes Einzelfalls an.

Wie auch LSD und Heroin fällt Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz, allerdings gibt es Stimmen, die es für die Behandlung von Schmerzen, insbesondere bei MS, Krebs und Aids, empfehlen. Untersuchungen hierzu haben bislang widersprüchliche Ergebnisse gezeitigt. Auch gestalten sich die Studien schwierig, da der sonst übliche Vergleich mit Scheinmedikamenten bei Cannabis aufgrund seiner berauschenden Wirkung nicht möglich ist. Dennoch sind, so eine Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach, drei von vier Deutschen dafür, Hanfextrakte als Behandlungsmittel zuzulassen. In den Niederlanden dürfen Ärzte Cannabis schon seit 2003 verschreiben; ähnliche Vorhaben gibt es auch in Spanien und Kanada. rik

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