Lehrerbildung : Die CDU hat Fragen zum Berlin-Gutachten

Das Gutachten einer Expertenkommission zur Lehrerbildung an den Berliner Unis wird weiter diskutiert. Passend dazu veröffentlichte die Humboldt-Uni jetzt eine Studie über das Wissen angehender Lehrer. Bei der Fachdidaktik schneiden angehende Studienräte besser ab.

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Grundschullehrer sollen nach Expertenmeinung einen eigenen Studiengang bekommen.
Grundschullehrer sollen nach Expertenmeinung einen eigenen Studiengang bekommen.Foto: ddp

Die Vorschläge der Expertenkommission für die Berliner Lehrerbildung stoßen auf Zustimmung bei den Koalitionsfraktionen. Berlin bleibe damit „bundesweit Vorreiter“ bei der Reform des Lehramtsstudiums, teilte Ilkin Özisik, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, mit. Der CDU-Bildungsexperte Stefan Schlede lobte die Schaffung eines eigenständigen Lehramtes für Grundschulen. Er sieht aber „Klärungsbedarf“ bei der empfohlenen Vereinheitlichung der Lehrämter für Sekundarschulen und Gymnasien. Dazu soll es nach den Herbstferien eine Anhörung geben. „Völlig offen“ ist Schlede zufolge die Frage, wie sich die Vorschläge der Experten auf die Gehaltsstufen und damit auf die Finanzplanung auswirken würden.

Wie wichtig ein hoher Anteil an Fachdidaktik und Fachwissenschaften im Lehrerstudium ist, bestätigt die neue Studie „TED-LT“, aus der am Donnerstag erste Ergebnisse bekannt wurden. Studierende von acht Hochschulen wurden dazu in der Mitte ihres Studiums mit „Papier-Bleistift-Tests“ geprüft. Demnach zeigen Studierende, die das Amt des Studienrats anstreben, bessere fachwissenschaftliche und fachdidaktische Leistungen.

Die Wissenschaftler unter der Leitung von Sigrid Blömeke (Humboldt-Universität) führen das auf die Gewichtung des Fachstudiums gegenüber den pädagogischen Anteilen im Studium zurück. Der Kölner Professor Johannes König, der an der Studie beteiligt war, sagte auf Anfrage, angehende Gymnasiallehrer wählten ihren Beruf auch häufiger aus fachlichem als aus pädagogischem Interesse.

Zwischen den Studierenden unterschiedlicher Unis stellte die Studie große Leistungsdifferenzen fest. Von Vorteil seien Studiengänge mit großem didaktischem und fachwissenschaftlichem Anteil, insbesondere, wenn die Fächer sich auch am schulrelevanten Fachwissen orientierten, erklärte König. Da die Unis vor der Quadratur des Kreises stehen, wenn sie sowohl einen hohen Anteil an Fachwissenschaft als auch wachsende (sonder-)pädagogische Anteile im Lehrerstudium unterbringen sollen, empfiehlt König, die Fortbildung der Lehrer deutlich zu stärken.

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