Leibniz-Gemeinschaft : Finanzierung für neue Zentren gesichert

Die Leibniz-Gemeinschaft startet eine neue Förderlinie für ihre "Wissenschafts-Campi" und Forschungsverbünde. Dies bedeute eine Verstetigung dieser neuen Kooperationsformen, sagte der scheidende Leibniz-Präsident Mayer.

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Für ihre Forschungsverbünde und „Wissenschafts-Campi“ kann die Leibniz-Gemeinschaft mit Zustimmung der Gemeinsamen Wissenschaftskommission (GWK) eine eigene Förderlinie einrichten. Insgesamt stehen künftig fünf Millionen Euro jährlich zur Verfügung, sagte Leibniz-Präsident Karl Ulrich Mayer am Montag in Berlin. Er hätte sich gewünscht, zusätzliche Mittel für die neuen Kooperationsformen zu erhalten, doch nun käme das Geld aus dem 30-Millionen-Topf für Wettbewerbsmittel der Wissenschaftsorganisation. Immerhin bedeute die neue Förderlinie die „Verstetigung“ der Wissenschafts-Campi, in denen Leibniz-Institute und benachbarte Hochschulen kooperieren, und der interdisziplinären Forschungsverbünde, in denen sich Leibniz-Institute thematisch vernetzen. Die Projekte sollen jährlich 200 000 bis 300 000 Euro erhalten, hinzu kämen komplementäre Mittel der Institute, der Hochschule und des Sitzlandes.

Ein neues Projekt zur "Zukunft der Steuerpolitik"

Mit „MaTax“ wurde kürzlich in Mannheim ein Wissenschafts-Campus zur „Steuerpolitik der Zukunft“ geschaffen, der sechste seit 2009. Am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und an der Uni Mannheim arbeiten Experten aus der VWL, BWL, Jura und Politikwissenschaften etwa an der Frage, wie Steuerlasten verteilt sind. „Wir wollen auch Impulse für aktuelle Steuerpolitik geben“, sagte Clemens Fuest vom ZEW.

Im jüngsten der bislang elf Forschungsverbünde geht es um „Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“ – Themen, die bislang getrennt voneinander erforscht wurden, wie Reiner Brunsch vom Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim sagte. Beteiligt sind außerdem etwa das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

Unter den drei zum 1. Januar dieses Jahres neu zur Gemeinschaft gekommenen Instituten ist das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg, in dem das Nationale Bildungspanel (NEPS) weitergeführt wird. In nächster Zeit sollten unter anderem das bislang an der Universität Leipzig beheimatete Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur sowie das Stuttgarter Museum für Naturkunde aufgenommen werden, kündigte Mayer an. Er wird am 1. Juli vom ehemaligen DFG-Vorsitzenden Matthias Kleiner abgelöst.

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