Leibniz-Preise 2013 : Auszeichnung für Berliner Optogenetik-Pionier

07.12.2012 16:33 Uhrvon

Peter Hegemann, Bio-Physiker an der Humboldt-Universität, erhält einen von zehn Leibniz-Preisen. Den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Preis will Hegemann in Experimente investieren, die in die Anfänge der von ihm begründeten Optogenetik führen.

Vor elf Jahren veröffentlichte der Biophysiker Peter Hegemann seine bahnbrechende Studie. Erst fünf Jahre später bekam das von im begründete Forschungsgebiet überhaupt einen Namen, mittlerweile ist das Interesse an der Methode regelrecht explodiert. Die Rede ist von der Optogenetik, für deren Grundlegung Hegemann, seit 2005 an der Berliner Humboldt-Universität, einen der Leibniz-Preise 2013 erhält. Das gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Donnerstag bekannt.

„Bei diesem Verfahren verbindet man optische und genetische Methoden“, erläutert Hegemann. Stattet man Zellen mit dem Gen für ein lichtempfindliches Eiweiß aus, können nach weiteren Manipulationen die Zellen durch Licht „angeschaltet“ werden.

Das ermöglicht es im Prinzip, Schaltmuster von Nervenzellen zu „erhellen“, dem Gehirn beim Arbeiten zuzusehen und Krankheiten des Nervensystems auf die Spur zu kommen.

Dotiert ist der Leibniz-Preis der DFG mit je 2,5 Millionen Euro. Über das Geld können die Preisträger verfügen – vorausgesetzt, sie investieren es in Forschung. Hegemann will „etwas Exotisches machen“ und wieder zum Anfang seiner Arbeit zurückkehren, als er mit „lichtgesteuerten“ Algen experimentierte.

Neben Hegemann bekommen zehn weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Leibniz-Preis:

– Thomas Bauer, Islamwissenschaft, Universität Münster

– Ivan Dikic, Biochemie/Zellbiologie, Universität Frankfurt am Main

– Frank Glorius, Chemie, Uni Münster

– Onur Güntürkün, Psychologie, Universität Bochum

– Marion Merklein, Umform/Fertigungstechnik, Uni Erlangen-Nürnberg

– Roderich Moessner, Theoretische Festkörperphysik, Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme, Dresden, zusammen mit Achim Rosch, Theoretische Festkörperphysik, Universität Köln

– Erika von Mutius, Kinderheilkunde, Klinikum der Universität München

– Vasilis Ntziachristos, Biomedizinische Bildgebung, TU München

– Lutz Raphael, Geschichte, Universität Trier

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