Luftfahrt : Mit Öko-Kerosin fliegen

Das Erdöl wird knapper - am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt werden deswegen jetzt alternative Treibstoffe für Flugzeuge entwickelt.

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Womit sollen Flugzeuge fliegen, wenn Erdöl unbezahlbar wird? Wie kann Forschung in der Schwerelosigkeit verbessert werden? Welche technischen Entwicklungen sind nötig, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen? Mit solchen Fragen befassen sich die Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Am Mittwoch stellte der DLR-Vorstandsvorsitzende Johann-Dietrich Wörner in Berlin die Schwerpunkte für das Jahr 2010 vor.

Dazu gehört etwa die Entwicklung neuer Flugzeugtreibstoffe. „Langfristig wird Erdöl immer knapper und teurer“, sagte Manfred Aigner vom DLR-Institut für Verbrennungstechnik in Stuttgart. An seinem Institut werde deshalb an flüssigen Kraftstoffen geforscht, die aus Erdgas (GtL, Gas to Liquid), Kohle (CtL, Coal to Liquid) und Biomasse (BtL) gewonnen werden. Mit solchen Treibstoffen lasse sich nicht nur die Abhängigkeit vom Öl lösen, sagte Aigner. „Da sie synthetisch hergestellt werden, können sie gezielt ,designt‘ werden, um besondere Eigenschaften zu erhalten.“ Etwa einen verbesserten Frostschutz oder eine geringere Rußbildung im Vergleich zu Kerosin. Gerade im Luftverkehr müsse aber nicht nur auf physikalische Eigenschaften geachtet werden, sondern auch auf die Sicherheit, betonte Aigner. „Es wäre schlimm, wenn sich ein Flugzeug in 10 000 Meter Höhe ,verschluckt‘.“

Im Oktober gab es bereits einen kommerziellen Linienflug mit einer 50-prozentigen Beimischung von GtL zu Kerosin. Mit einer breiten Einführung des neuartigen Kraftstoffs rechnet Aigner in zehn Jahren. Bei BtL werde es länger dauern. Dort gibt es neben technischen Problemen bei der Umwandlung von Biomasse in Sprit auch Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Eine Alternative könnten Algen sein, die keine Ackerflächen benötigen und außerdem schneller wachsen als Pflanzen.

Bei der Erforschung des Universums erwartet Wörner die Premiere von „Sofia“ (Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy), einem Infrarotteleskop, das an Bord eines Jumbojets Beobachtungen machen kann. Das DLR ist mit einem Fünftel an dem Nasa-Projekt beteiligt. Das Observatorium mit einem 2,5-Meter-Spiegel habe erste Flugtests gut überstanden und werde hoffentlich bald seine wissenschaftliche Arbeit aufnehmen.

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