Luftverkehr : Notwasserung im Hudson wegen Gänsen

Die Vögel, die im Januar die Triebwerke eines Airbus lahmlegten, kamen aus Neufundland.

Ralf Nestler
Hudson
Nach einem Vogelschlag landete der Pilot auf dem Hudson. -Foto: dpa

Als Held vom Hudson wurde er gefeiert: Chesley Sullenberger, der im Januar einen Airbus A 320 so gefühlvoll auf dem eisigen Fluss aufsetzte, dass die Maschine intakt blieb und alle 155 Insassen gerettet werden konnten. Grund für die Notwasserung war ein Vogelschwarm, in den der Flieger kurz nach dem Start vom New Yorker Flughafen La Guardia geraten war.

Nachdem die Maschine aus dem Wasser geborgen war, haben US-Forscher um Peter Marra vom Smithsonian-Institut in Washington D.C. die Überreste der Vögel genauer untersucht. Wie sie jetzt im Fachblatt „Frontiers in Ecology and the Environment“ berichten, handelte es sich um Kanadagänse (Branta canadensis). Die Tiere gehören zu den größten Vögeln Nordamerikas. Mit einem Gewicht von bis zu vier Kilogramm werden die Gänse bei einer Kollision mit einem Flugzeug zu wahren Geschossen, die erheblichen Schaden anrichten können.

Schätzungen zufolge verursacht Vogelschlag jährlich Kosten von rund einer Milliarde Dollar, berichten die Forscher. Umso wichtiger sei es, derartige Zwischenfälle genauer zu untersuchen. „Sollten vor allem Vögel beteiligt sein, die in der Nähe der Flughäfen leben, kann man mit gezielter Jagd und einer Umgestaltung des Lebensraums die Population verringern“, sagt Marra. „Wenn es sich aber um Vögel auf der Durchreise handelt, wird es deutlich schwieriger, etwas dagegen zu unternehmen.“ Und genau so war es bei dem Zwischenfall von New York.

Die Forscher bestimmten in den Federn der Vögel den Gehalt von Wasserstoffisotopen. Das sind unterschiedlich schwere Atomsorten ein und desselben Elements. Die Isotopenanalyse der Federn wiederum verweist auf das Futter der Tiere. Demnach stammten die Gänse aus der kanadischen Provinz Neufundland, die sich mehrere 100 Kilometer nordöstlich von New York befindet. Bislang lässt sich die Gefahr, die von wandernden Vögeln ausgeht, nur schwer einschätzen, schreiben die Forscher. Künftig könnten dabei eine verbesserte Radarüberwachung helfen sowie detaillierte Untersuchungen zu Flugrouten und -zeiten der Vogelschwärme.nes

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