MALAWI : Geplagt von Infektionen, aber voll Hoffnung

Malawi, das afrikanische Land südlich der Sahara kam hierzulande allenfalls in die Schlagzeilen, weil Popstar Madonna dort zwei Kinder adoptierte und mit der Hilfsorganisation „Raising Malawi“ ein (gescheitertes) Schulprojekt für Aids-Waisen entwickelte.

Die Geburtenrate liegt bei 6,3 Kindern, 72 von 1000 Babys sterben im ersten Lebensjahr, die Lebenserwartung liegt nur bei rund 50 Jahren. Malawi hat rund 15 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten der Welt, in der Wohlstandsstatistik nimmt es Platz 160 von 182 ein. Mit dem Aids-Erreger HIV sind zwölf Prozent unter den 15- bis 49-Jährigen infiziert. 89 000 Kinder leben nach Angaben von Unicef mit HIV oder Aids, zehnmal so viele sind Waisen. Die meisten, weil ihre Eltern an der Immunschwäche starben.

Die gefährlichsten Killer für Kinder unter fünf sind Durchfall, Malaria und Lungenentzündungen. Ganzjährig ist die gegen das Medikament Chloroquin resistente Malaria ein Problem. Die Regierung wirbt dafür, auch in den bescheidensten Hütten imprägnierte Moskitonetze einzusetzen. Große Hoffnungen machte kürzlich eine Studie, nach der ein Impfstoff gegen Malaria das Erkrankungsrisiko für Kinder um 56 Prozent reduzieren kann. Was Krankheiten wie Masern, Keuchhusten, Hepatitis B oder Hämophilus influenzae b betrifft, so liegt die Impfbeteiligung bei über 90 Prozent, das Paket des vollen Impfschutzes haben nach Unicef-Angaben 81 Prozent der Kinder. Die Hoffnung, eines der Milleniums-Entwicklungsziele zu erreichen, die die Vereinten Nationen ausgerufen haben, sind daher berechtigt: Bis zum Jahr 2015 soll die Sterblichkeit der Kinder unter fünf um zwei Drittel gesenkt sein. aml

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