MARKSCHIES’ BRIEF : „Im Oktett der Kandidaten war die HU immer ein Sonderfall“

Für Diskussionen sorgt weiter der Brief von HU-Präsident Christoph Markschies, in dem er den Uniangehörigen das Aus im Elitewettbewerb erklärt. Wir dokumentieren Auszüge:

„Auch wenn wir traurig sind, ist weder eine Katastrophe eingetreten noch gar der Anfang vom Ende eingeläutet: Wir waren im Oktett der Kandidaten der Endrunde immer ein Sonderfall. Unsere Universität hat zwar eine große alte Tradition, aber sie wurde in Wahrheit wie wir alle ja auch wissen vor 17 Jahren vollkommen umgebaut und ist also zugleich eine der jüngsten Universitäten dieses Landes. Die RWTH Aachen besaß 17 Jahre nach ihrer Gründung noch nicht einmal das Promotionsrecht. Wir sind in den siebzehn Jahren nach Einstieg in das bundesrepublikanische Wissenschaftssystem mit staunenswertem Tempo in die Spitzengruppe vorgestoßen. (...) Es kann nicht der politische Wille dieses Landes sein, dass die einzige im Wettbewerb verbliebene Ost-Universität nun aufgrund von finanziellen Restriktionen den Abstieg in die Regionalliga antreten muss. Zwanzig Jahre nach ihrer Eröffnung mussten die Mitglieder der Universität Heidelberg, die noch nicht an der Pest gestorben waren, die Stadt wegen der Seuche fluchtartig verlassen. 17 Jahre nach dem Eintritt der Humboldt-Universität in das bundesrepublikanische Wissenschaftssystem gilt für uns das glatte Gegenteil: Wir bleiben am Ball. (...) Am Zukunftskonzept werden wir festhalten und es weiter mit aller Kraft umsetzen. Im Jahr ihrer Gründung gab es an der Universität Unter den Linden weder Tische noch Stühle und Pferde beanspruchten im Erdgeschoss den für Studierende vorgesehenen Platz. Im Vorfeld unseres 200-jährigen Jubiläums ist für Depressionen keinerlei Anlass. Wir übersetzen Humboldt weiter ins 21. Jahrhundert.“

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