Wissen : Markschies denkt nach

Will Christoph Markschies, Präsident der Humboldt-Universität (HU), zurücktreten? Nach einer Abstimmungsniederlage im Akademischen Senat (AS) der Hochschule am Dienstag hatte Markschies wie berichtet eine emotionale Stellungnahme abgegeben. Dabei hatte er das Wort „Rücktritt“ zwar nicht verwendet. Allerdings hatte er dem Gremium mitgeteilt, die Universität versuche ja ohnehin gerade, zwei Vizepräsidenten zu wählen und könne sich ja jetzt überlegen, ob sie nicht das gesamte Präsidium gleich neu wählen wolle. Wenn er weiter am Zukunftskonzept der HU arbeiten solle, wolle er darum gebeten werden. Markschies hatte sich über einen Beschluss des AS geärgert. Mit knapper Mehrheit hatte das Gremien beschlossen, das vom Präsidenten verantwortete Zukunftskonzept, das im Elitewettbewerb gescheitert war, in großen Teilen nur noch als Diskussionsgrundlage, nicht aber als Handlungsleitfaden zu betrachten.

Am Mittwoch wollte Markschies öffentlich keine Erklärung zu seinen Äußerungen abgeben. Auf die Frage, ob der Präsident tatsächlich einen Rücktritt erwäge, teilte ein HU-Sprecher nur mit: „Das Präsidium denkt in den nächsten Tagen darüber nach, wie es mit dem AS-Beschluss umgeht.“ An der Universität scheint mit einem Rücktritt des Präsidenten jedoch weder wirklich gerechnet zu werden noch scheint sein Rücktritt von der Mehrheit der Mitglieder im Akademischen Senat gewünscht zu werden. Nach der Sitzung hatten mehrere Mitglieder gesagt, der Präsident habe sich im Affekt geäußert, weil er das Abstimmungsergebnis persönlich genommen habe. Rücktrittsdrohungen seien von ihm häufiger zu hören. Man hoffe, dass Markschies sich wieder beruhigen werde.

Würde der Präsident zurücktreten, könnte ihn im Moment nur ein einziger Vizepräsident vertreten, Frank Eveslage, Experte für Haushalt. Die Stellen der anderen beiden Vizepräsidenten sind vakant und können erst im nächsten Jahr besetzt werden. akü

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben